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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Modellprojekt Arbeitsweltbezogene Integrationsprojekte - AIM


Autor/in:

Storck, Joachim


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung e.V. (BAG UB)


Quelle:

Impulse, 2005, Nummer 34 (Ausgabe Juli), Seite 16-17, Hamburg: Eigenverlag, ISSN: 1434-2715


Jahr:

2005



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Abstract:


Die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (LAG WfbM) in Rheinland-Pfalz hat sich drei Jahre intensiv der Aufgabe gestellt, Möglichkeiten und Wege zur Förderung des Übergangs auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu entwickeln und zu erproben. Zwischen den Jahren 2002 und 2005 wurde das Modellprojekt AIM - gefördert durch das Integrationsamt und in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit - durchgeführt.

Bemühungen zur Verbesserung des Übergangs von MitarbeiterInnen der Werkstätten in den ersten Arbeitsmarkt gab es schon vor Beginn des Projektes. Es wurde eine Fülle geeigneter Maßnahmen konzipiert und erprobt. Mit dem 'Modularen Maßnahmekatalog' stehen diese nun allen Werkstätten zur Verfügung. Werden die Vorbereitung auf und die Begleitung in den ersten Arbeitsmarkt fester Bestandteil des Rehabilitationsprozesses in den Werkstätten, so können solche Maßnahmen wirkungsvoll werden. Diesen Prozess nennt der Autor Integrationsmanagement, das zu Grunde liegende Unternehmensziel Integration.

Wichtigstes Projektziel war es, durch enge Zusammenarbeit mit allen an der beruflichen Rehabilitation Beteiligten, die Werkstätten für behinderte Menschen besser als bisher in die Lage zu versetzen, den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten und zu begleiten.

Teilhabe am Arbeitsleben kann viele Formen haben und umfasst nicht nur einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Bekannte, wie die Arbeit in der WfbM, mehr oder weniger genutzte Formen wie Praktika, Außenarbeitgruppen und Außenaufträge oder neue Möglichkeiten durch Einzelaußenarbeitsplätze und den virtuellen Berufsbildungsbereich, wie sie im Projekt erprobt wurden, gehören ebenfalls dazu.

Die Teilhabemöglichkeiten an Arbeit im ersten Arbeitsmarkt sind vielfältiger geworden und damit wächst auch die Chance auf die Vermittlung in ein reguläres Arbeitsverhältnis. Dies bedeutet auch neue Herausforderungen, die besondere Anforderungen stellen. Dies erfordert zielgerichtete Aktivitäten zur Motivation, Vorbereitung und Begleitung. Handreichungen, Handlungsempfehlungen und Maßnahmen zur Integrationsarbeit sind entwickelt worden und im systematischen, flexiblen und auf die jeweilige Situation individuell anwendbaren 'Modularen Maßnahmenkatalog' zusammengefasst. Ein solcher Katalog wird nur erfolgreich angewandt, wenn in den Werkstätten hierfür die erforderlichen Strukturen geschaffen werden.

Der Integrationsprozess ist aufwendig und in aller Regel an einen höheren Hilfebedarf und besondere Qualifikationsanforderungen der beteiligten Fachkräfte gebunden. Mit der zukünftigen Zuordnung zu einer entsprechenden Hilfebedarfsgruppe und einer damit verbundenen auskömmlichen Maßnahmepauschale kann dieses Problem gelöst werden.

Die Chancen auf Beschäftigungen für Werkstattbeschäftigte können und müssen verbessert werden. Dies gelingt, wenn Erwartungen der Arbeitgeber und der Werkstattmitarbeiter abgeklärt, Anforderungs- und Fähigkeitsprofile in Einklang gebracht sind. Für Werkstattmitarbeiter und Unternehmen ist eine zuverlässige Unterstützung aus einer Hand notwendig, um den Eingliederungsprozess zu gestalten. Es sind unbürokratische, ausreichende und langfristige finanzielle Nachteilsausgleiche für die Unternehmen nötig.

Integrationsarbeit betrifft unmittelbar nur einen Teil der Beschäftigten der Werkstätten, allerdings nicht nur die 'Fitten'. Oft ist der entscheidende Faktor nicht Art und Schwere der Behinderung, sondern Motivation und Mut Neues anzugehen. Die Integrationsarbeit in den Werkstätten kann allen Werkstattbeschäftigten Mut machen, auch innerhalb der Werkstatt die eigenen Kräfte und Fähigkeiten weiter zu entwickeln und Neues zu lernen. Eine Werkstatt, die zeigt, dass sie Menschen mit Behinderung in die Lage versetzen kann, auch in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes zu arbeiten, beweist die großen Fähigkeiten der WfbM Menschen mit Behinderungen zu fördern und zu begleiten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Fachmagazin Impulse
Homepage: https://www.bag-ub.de/impulse

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0141/0094


Informationsstand: 10.10.2005

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