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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ärztliche Begutachtung im Spannungsfeld von Qualität und Quantität - aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung


Autor/in:

Drechsel-Schlund, Claudia


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 2015, 111. Jahrgang (Heft 3), Seite 114-118, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0025-8490


Jahr:

2015



Abstract:


Die Qualität der ärztlichen Begutachtung hat in der gesetzlichen Unfallversicherung angesichts der Bedeutung für den einzelnen Betroffenen, aber auch der sozialpolitischen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen für die Solidargemeinschaft, einen hohen Stellenwert. Diese zeigt sich in zahlreichen Regelungen zur Prozessqualität der Begutachtung, wie unter anderem spezifischen Begutachtungsempfehlungen, und auf der Ebene der Strukturqualität in fachgebietlichen Anforderungen an medizinische Sachverständige.

Bei einem jährlichen Mengenaufkommen von ca. 80.000 Gutachten im Auftrag von Unfallversicherungsträgern ist der Begutachtungsprozess so zu steuern, dass die Qualitätsanforderungen, die Wirtschaftlichkeit und die zügige Bearbeitung des Gutachtens gewährleistet sind. Da die meisten Begutachtungskonstellationen wiederkehrend vorkommen und vergleichbar gelagert sind, werden überwiegend Formulargutachten und standardisierte Gutachtenfragen eingesetzt. Damit werden Qualitätsstandards im Begutachtungsprozess verankert und gleichzeitig eine ökonomische und zeitnahe Erledigung des Gutachtenauftrags unterstützt.

Schließlich stellen Formulargutachten und standardisierte Gutachtenfragen mittelbar auch die Gleichbehandlung vergleichbarer Sachverhalte sicher. Dies gilt sowohl in Bezug auf die versicherungsrechtlichen Begutachtungsanlässe als auch in Bezug auf eine gewisse Typisierung der zu begutachtenden Verletzungsfolgen nach Arbeits- und Wegeunfällen bzw. der zu begutachtenden Krankheitsbilder bei Berufskrankheiten.

Ein Messparameter für die Ergebnisqualität medizinischer Gutachten der Unfallversicherungsträger sind die Ergebnisse sozialgerichtlicher Verfahren. Insgesamt 18,1 % der im Jahre 2013 von Versicherten eingelegten Rechtsmittel waren in der ersten Instanz erfolgreich und haben zu Korrekturentscheidungen bei den Unfallversicherungsträgern geführt. Im selben Jahr wurden 2,38 % der Neuen Renten erst durch ein sozialgerichtliches Verfahren erstritten. Für die gesetzliche Unfallversicherung kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass der Begutachtungsprozess im Spannungsfeld von Qualität und Quantität mit Augenmaß gesteuert und eine hohe Rechtssicherheit erreicht wird.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


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Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
Homepage: https://www.medsach.de

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Referenznummer:

R/ZS0151/0086x04


Informationsstand: 08.05.2015

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