Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeits-Unfälle mit der Folge posttraumatischer Belastungsstörungen

Warum die seelische Beeindruckung während des traumatischen Ereignisses nicht verselbstständigt und sozialrechtlich als Gesundheitserstschaden qualifiziert werden darf



Autor/in:

Burghardt, Heinz


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Der Medizinische Sachverständige (MedSach), 2012, 108. Jahrgang (Heft 5), Seite 186-190, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0025-8490


Jahr:

2012



Abstract:


Im Unfallversicherungsrecht ist die Unterscheidung zwischen Gesundheitserstschäden und Folgeschäden vor dem Hintergrund unterschiedlicher Rechtsfolgen zu verstehen. Um im Rechtssinne von einem Arbeitsunfall sprechen zu können, muss eine Gesundheitsschädigung vorliegen, welche mit hinreichender Wahrscheinlichkeit wesentlich von dem Unfallgeschehen herrührt.

Nur wenn zu dieser Gesundheitsschädigung länger anhaltende Schäden hinzutreten und die Voraussetzungen einer Verletztenrente geprüft werden sollen, muss der systematischen Klarheit willen zwischen Gesundheitserstschaden und Folgeschaden unterschieden werden.

Diese rechtliche Konstruktion wird verkannt, wenn bei der Prüfung, ob ein Unfall zu einer posttraumatischen Belastungsstörung geführt hat und deshalb als Arbeitsunfall qualifiziert werden muss, dem DSM-IV entnommen wird, die allmählich auftretenden Krankheitssymptome seien im rechtlichen Sinne 'Folgeschäden', denen notwendig ein Gesundheitserstschaden in Form 'intensiver Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen' vorausgegangen sein müsse.

Infolge dieser Gleichsetzung eines juristischen Begriffspaars mit der diagnostischen Unterscheidung von (Erst-)Reaktion und (Folge-)Symptomatik wird der Nachweis einer posttraumatischen Belastungsstörung ersetzt durch den Nachweis der Erstreaktion auf ein Unfallereignis. Da diese Erstreaktion aus naheliegenden Gründen häufig nicht ausreichend dokumentiert worden sein wird, droht der Unfallversicherungsschutz zu Unrecht vorenthalten zu werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Der Medizinische Sachverständige (MedSach)
Homepage: https://www.medsach.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0151/0137


Informationsstand: 28.09.2012

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