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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ergebnisse der beruflich orientierten stationären Rehabilitation bei Industriearbeitern mit Rückenschmerzen


Autor/in:

Müller, W. D.; Bak, Pawel; Lohsträter, A. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin, 2007, 17. Jahrgang (Heft 4), Stuttgart: Thieme, ISSN: 0940-6689


Jahr:

2007



Abstract:


Abstract eines Vortrags auf dem 112. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation:

Frage:

Nachdem im Rahmen einer kontrollierten klinischen Studie ein integriertes multidisziplinäres ergebnis-optimiertes arbeitsplatzbezogenes Rehabilitationskonzept bei Beschäftigten der Automobilindustrie mit Rücken- und Gelenkschmerzen entwickelt und erprobt worden ist (Müller et al., 2006), wurde dieses Konzept sowohl in Zusammenarbeit mit dem bisherigen Automobilindustriebetrieb weitergeführt als auch auf zwei zusätzliche Industriebetriebe übertragen. Untersucht wurde einerseits, ob sich die positiven Ergebnisse der Vorstudie bei einer größeren Stichprobe bestätigen lassen und andererseits, ob bei einer Übertragung der Methodik auf andere Industriebetriebe vergleichbare Rehabilitationseffekte erzielt werden können.

Methode:

In die kontrollierte Studie konnten 97 Patienten eines Automobilwerkes (Gruppe 1), 65 Patienten eines Bergwerkunternehmens (Gruppe 2) und 28 Patienten eines Industriebetriebes der Elektrobranche (Gruppe 3) einbezogen werden, die wegen rezidivierenden Rückenbeschwerden eine stationäre Rehabilitationsbehandlung absolvierten. Der optimierte Rehabilitationsprozess war charakterisiert durch eine strukturierte Kommunikation zwischen Betrieb, werksärztlichem Dienst, Kostenträgern und Rehabilitationsklinik, arbeitsplatzbezogene Rehabilitationsinhalte sowie IMBA-Profilvergleich. Zielparameter waren der allgemeine Gesundheitszustand (SF-36), der krankheitsspezifische Gesundheitszustand (FFbHR) und die Lebensqualität (EQ-5D). Messzeitpunkte waren Beginn und Ende der stationären Rehabilitationsbehandlung sowie sechs Monate nach Entlassung aus der Rehaklinik.

Ergebnis:

In allen drei Gruppen kam es während der stationären Rehabilitationsbehandlung zu signifikanten Verbesserungen des allgemeinen und des spezifischen Gesundheitszustandes sowie der Lebensqualität. In allen drei Gruppen können die während des stationären Rehabilitationsverfahrens generierten Effekte gehalten werden, wobei hinsichtlich des allgemeinen Gesund-heitszustandes nur Gruppe 1 im Follow up annährend den Populationsdurchschnitt erreichen konnte. Im Gruppenvergleich waren die Reha-Effekte von Gruppe 2 und Gruppe 3 hinsichtlich allgemeiner und spezifischer Gesundheit sowie Lebensqualität geringer ausgeprägt als bei Gruppe 1.

Diskussion:

Trotz grenzwertiger Stichprobengröße, insbesondere in Gruppe 3, wurden im optimierten Rehabilitationsverfahren die Ergebnisse der Voruntersuchungen bestätigt. Die angewandten, international anerkannten und in deutscher Version validierten Messinstrumente haben sich insbesondere auch hinsichtlich der Änderungssensitivität als praktikabel und geeignet erwiesen. Eine 1:1-Übertragung von erfolgreichen arbeitsplatzbezogenen Rehabilitationskonzepten auf andere Kooperationspartner bringt nicht sofort gleichermaßen gute Ergebnisse. Eine spezifische Anpassung des Reha-Managementkonzeptes an die jeweils zu betreuende Klientel ist zur Optimierung der Ergebnisqualität unvermeidlich (Lohsträter und Bak, 2006). Eine permanente ergebnisgestützte Prozessoptimierung verbessert die funktionale Gesundheit und die Lebensqualität der Rehabilitanden sowie deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Multidimensionales Assessment bildet eine rationale Entscheidungsgrundlage in der Rehabilitation und ist ein wesentliches Kriterium zur Prozessoptimierung.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin
Homepage: https://www.thieme.de/de/physikalische-rehabilitations-kuror...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0152/0035


Informationsstand: 23.10.2007

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