Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Wunsch- und Wahlrecht des § 9 SGB IX bei der Beantragung einer medizinischen Rehabilitation

Ergebnisse eines regionalen Surveys unter Versicherten der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin, 2013, 23. Jahrgang (Heft 5), Seite 256-257, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0940-6689


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund und Ziel der Studie:

Seit 2011 ist das Wunsch- und Wahlrecht für Leistungen zur Teilhabe, zu denen auch die medizinische Rehabilitation gehört, in § Absatz 1 SGB IX geregelt. Die Regelung soll das Wunsch- und Wahlrecht stärken. Ziel der Studie war die repräsentative Erhebung der Ausgestaltung des Wunsch- und Wahlrechts im Prozess der Antragstellung auf Leistungen der medizinischen Rehabilitation aus der Sicher der Betroffenen.

Methodik:

Insgesamt 2000 Reha-Antragsteller (alle somatischen und psychosomatischen Indikationen) der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Nord und der Innungskrankenkasse (IKK) Nord wurden gebeten, an einer postalischen Befragung zum Wunsch- und Wahlrecht teilzunehmen.

Ergebnisse:

Der Rücklauf betrug 66 Prozent. Die meisten Befragten berichteten, ihren Rehabilitationsantrag sofort bewilligt bekommen zu haben. Die Hilfspersonen bei der Antragstellung und die Informationsperson zum Wunsch- und Wahlrecht unterschieden sich in Abhängigkeit von der beantragten Rehabilitationsform (Anschlussrehabilitation versus Heilverfahren). Etwa die Hälfte der Befragten gab an, das Wunsch- und Wahlrecht zu kennen.

Bei Rehabilitanden in der Anschlussrehabilitation lag der Anteil deutlich höher. Ungefähr zwei Drittel aller Befragten hatten Wünsche bezüglich der Auswahl der Rehabilitationseinrichtung und etwa die Hälfte hat diese dem Leistungsträger mitgeteilt. Der Großteil der Wünsche bezog sich auf eine konkrete Einrichtung vom Wohnort. Geäußerte Wünsche wurden in den meisten Fällen (89 Prozent) berücksichtigt.

Bei den Auswahlkriterien für die Wahl einer zukünftig aufzusuchenden Rehabilitationsklinik lagen Aspekte der Unterbringung, Ausstattung und Lager der Einrichtung an den ersten 3 Stellen, erst dann folgten Aspekte der Behandlung und des respektvollen Umgangs mit den Rehabilitanden. Bezüglich der Form der Information über Rehabilitationseinrichtungen zeigten sich klare Präferenzen in Richtung Broschüre (versus Internet), vergleichender und unabhängiger Einrichtungsdarstellung sowie Erfahrungsberichte einzelner Rehabilitanden.

Schlussfolgerung:

Die Untersuchung behandelt die Frage, wie sich das Wunsch- und Wahlrecht in der Wirklichkeit der Rehabilitanden der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung niedergeschlagen hat. Die Ergebnisse des Surveys sprechen dafür, dass viele Befragte ihr Wunsch- und Wahlrecht kennen und teilweise auch in Anspruch nehmen. Wünsche beziehen sich im Moment noch hauptsächlich auf den Ort oder die Region der Rehabilitation. Es gibt Bedarf, Reha-Antragsteller regelhaft über ihr Wunsch- und Wahlrecht zu informieren und gleichzeitig über weitere potenziell relevante Kriterien zur Einrichtungsauswahl aufzuklären.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 8 SGB IX Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin
Homepage: https://www.thieme.de/de/physikalische-rehabilitations-kuror...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0152/0050


Informationsstand: 22.11.2013

in Literatur blättern