Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Berufliche Integration inmitten der Gesellschaft - 20 Jahre cba in München


Autor/in:

Deppe-Wolfinger, Helga


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Gemeinsam Leben, 2006, 14. Jahrgang (Heft 1), Seite 32-35, Weinheim: Juventa, ISSN: 0943-8394


Jahr:

2006



Abstract:


Seit 1985 unterstützt der Integrationsfachdienst, Cooperative Beschützende Arbeitsstätten e.V. (cba) behinderte Menschen bei der Integration in das Arbeitsleben. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums spricht Frau Prof. Dr. Helga Deppe-Wolfinger über die Bedeutung der Integration von behinderten Menschen und den Erfolg, den die cba seit ihrer Gründung verzeichnen konnte.

Die Münchner Montessori Schule war die erste Schule in Deutschland, die entgegen der in früheren Jahren isolierten Erziehung behinderter Kinder, behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen unterrichtete. In den folgenden Jahren schlossen sich diesem Konzept auch öffentliche Schulen an, so dass heute etwa 12 Prozent der behinderten Schüler allgemeine Schulen besuchen.

Da die Integration auf Schulebene Ländersache ist, ist sie in den Bundesländern unterschiedlich weit vorangeschritten. Die Sozialpolitik hingegen wird auf Bundesebene geregelt. Mit neuen Gesetzen wie dem Schwerbehindertengesetz kam man den Forderungen nach, Integration in das Arbeitsleben zu ermöglichen. Es wurden Integrationsfachdienste installiert, die mit den Programmen Unterstützte Beschäftigung und Arbeitsassistenz bei der Integration zur Seite stehen.

Eine weitere Möglichkeit der Integration sind die Integrationsfirmen, in denen behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammenarbeiten. Die Arbeitnehmer befinden sich dort in regulären Arbeitsverhältnissen unter den Bedingungen des 1. Arbeitsmarktes. Die cba ist Vorbild für viele dieser Integrationsfirmen.

Diese Entwicklung beruht auf der Änderung des Blickwinkels von einer Defizitperspektive auf die 'Kompetenzen eines jeden Menschen, die er entfalten kann'. Auch auf dem Arbeitsmarkt hat sich ein Wandel vollzogen. Behinderte Arbeitnehmer müssen sich folglich nicht mehr bedingungslos auf den Arbeitsplatz einstellen, sondern der Arbeitsplatz wird an die Bedürfnisse des Arbeitnehmers angepasst.

Die Integration behinderter Menschen in die Arbeitswelt ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben, denn nur so ist die materielle Existenz gesichert. Außerdem bringt Arbeit Stabilität und Ordnung in das Leben der Beschäftigten, ermöglicht soziale Kontakte und steigert das Selbstwertgefühl durch die Fertigung nützlicher Gegenstände oder Dienstleistungen.

Das Ziel der cba ist es den Gegensatz Sondereinrichtung für Behinderte - Freier Arbeitsmarkt aufzulösen. Im ersten Schritt bemühte man sich um Arbeitsassistenz an ausgewählten und vorbereiteten Arbeitsplätzen, doch konnten langfristig nicht genügens Arbeitsplätze geschaffen werden, woraufhin Integrationsfirmen gegründet wurden. Heute sind bei der cba 160 Menschen geschäftigt, davon mehr als 100 mit Behinderung.

Die Firmen der cba befinden sich auf dem allgemeinen Markt, konkurrieren also mit anderen Anbietern. Der einzige Unterschied ist, dass die behinderten Beschäftigten mehr Zeit und pädagogische Anleitung benötigen. Die Zuschüsse gehen in Zeiten knapper Kassen jedoch zurück und die Sozialpolitik verliert zunehmend an Bedeutung.

Die cba ist mit ihrem konsequent verfolgten Projekt wegweisend. Der Erfolg ist zurückzuführen auf den großen Einsatz aller Beteiligten, denn nur durch deren Engagement und Zusammenwirken in den vergangenen 20 Jahre entwickelte sich die cba so erfolgreich.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Adresse: cba - Cooperative Beschützende Arbeitsstätten e.V.




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Gemeinsam Leben
Homepage: https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/zeitschriften/gem...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0155/0024


Informationsstand: 31.01.2006

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