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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zwischen Integration und Inklusion

Entwicklung von Leitlinien für Kinder- und Jugendarbeit in München



Autor/in:

Dannenbeck, Clemens


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Gemeinsam Leben, 2007, 15. Jahrgang (Heft 1), Seite 41-46, Weinheim: Juventa, ISSN: 0943-8394


Jahr:

2007



Abstract:


In München fand im November 2005 die Fachtagung MITTENDRIN STATT BLOß DABEI statt, an der Vertretungen der Stadtpolitik, des Jugendamts und weiteren Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit in München teilnahmen. Bei der Tagung ging es um die Diskussion eines Leitlinienentwurfs zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung.

Eine studentische Arbeitsgruppe der Fachhochschule Landshut wurde mit der Entwicklung eines Entwurfs unter der Leitung des Autors Prof. Dr. Clemens Dannenbeck beauftragt. Die Arbeit an den Leitlinien fand in Koordination und Absprache mit dem Sozialreferat München statt.

Auf der Tagung wurde deutlich, dass der Leitlinienentwurf eine heftige Debatte über das ihm zugrunde gelegte differenztheoretische Konzept von Behinderung und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für behinderungspolitische Strategien auslöste.

Die vorliegenden Leitlinien verfolgen eine konsequente Inklusionsperspektive. Das Konzept der Inklusion weist auf die Umgestaltung der sozialen Umwelt als Voraussetzung für die gemeinsame Nutzung und gesellschaftliche Teilhabe durch heterogene Gruppen von Kindern und Jugendlichen hin. Idealtypisch könnte bezogen auf die Arbeit mit Kindern von den einander ablösenden Phasen Exklusion, Segregation, Integration und Inklusion ausgegangen werden.

Ein Leitgedanke der Arbeit in der studentischen Arbeitsgruppe war die Berücksichtigung der spezifischen Erfahrungen der im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit Tätigen sowie die Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Der Leitgedanke soll auch den zukünftigen Umsetzungsprozess und die Weiterentwicklung des Leitlinienentwurfs kennzeichnen.

Weiterhin orientiert sich der Leitlinienentwurf an der Magdeburger Erklärung, die anlässlich des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderung formuliert wurde. Auch wenn in den vergangenen Jahren die Tendenz zu einer gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung im vorschulischen Bereich zu erkennen ist, sei dies im außerschulischen Bereich eher selten.

Die politische Brisanz der Leitlinien besteht in der Übernahme des so genannten Sozialen Modells von Behinderung. Demnach wird Behinderung im Sinne eines individuellen Merkmals von Menschen gesehen, das unmittelbar zur Benachteiligung führt und Folge systematischer Ausgrenzungspraktiken ist.

Abschließend bemerkt der Autor, dass die Leitlinien eine doppelte Funktion haben. Sie sollen ein Orientierungsrahmen für die praktische professionelle Arbeit sein und als Berufungsinstanz dazu beitragen, Forderungen an die Politik zu artikulieren.

Die Herausforderung des vorliegenden Leitlinienentwurfs besteht folglich darin, politisch durchsetzungsfähige und pädagogisch umsetzbare Konzepte und gleichzeitig geschlechterbewusste und kultursensible Kinder- und Jugendarbeit anzuregen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Gemeinsam Leben
Homepage: https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/zeitschriften/gem...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0155/6027


Informationsstand: 24.07.2007

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