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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Mit der Silikose fing alles an - Berufskrankheiten-Kliniken decken ein breites Rehabilitationsspektrum ab


Autor/in:

Löffler, Friedrich-Wilhelm; Drexel, Gerhard


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die BG, 2007, Heft 6, Seite 239-240, Berlin: Schmidt, ISSN: 0723-7561


Jahr:

2007



Abstract:


Berufskrankheiten stellen individuelle Anforderungen an Vorsorge und gesundheitliche Wiederherstellung. Eckpfeiler zur Verhütung von Berufskrankheiten sind technischen Maßnahmen am Arbeitsplatz und medizinische Vorsorge. Bei eingetretener Erkrankung werden medizinische Rehabilitationsmaßnahmen oft wiederkehrend erforderlich. Vor dem Hintergrund der zunehmenden volkswirtschaftlichen Bedeutung des Berufskrankheitsgeschehens ist der Bedarf an speziellen medizinischen Einrichtungen unausweichlich. Die Autoren stellen das Modell der Berufskrankheiten-Kliniken vor.

Mit Beginn des Industriezeitalters trat die Staublungenerkrankung (Silikose) vermehrt auf. Bereits 1889 eröffnete die Bergbau-Berufsgenossenschaft das Bergmannsheil in Bochum und damit die Basis für den wissenschaftlichen Nachweis berufsbedingter Erkrankungen. Nach dem Aufnehmen der Silikose in die Berufskrankheitenliste schnellte die Zahl der Fälle und damit auch die Kosten für Entschädigungsleistungen in die Höhe. Dennoch bemühte man sich zunächst nicht um die Prävention, sondern in erster Linie um die Linderung der Symptome. 1963 wurden die erste Berufskrankheiten-Klinik eröffnet. So konnten entscheidende Fortschritte in der Heilbehandlung der Silikose und der Asbestose erzielt werden. Zur Anwendung kommt ein multidisziplinäres Behandlungsprogramm, das nicht nur der Verbesserung der Funktionen von Atmung und Kreislauf dienst, sondern durch individuelle Betreuungseinheiten versucht, die physische Leistungsfähigkeit der Patienten zu steigern.

Die Spezialisierung der Kliniken hat der Prävention und Rehabilitation von Berufskrankheiten entscheidende Impulse verliehen. So leisten die Kliniken durch jährliche Kolloquien einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung kausal-rechtlicher Grundsatzfragen und für verbesserte Behandlungsmöglichkeiten.

Mit der Einrichtung spezieller Berufskrankheiten-Kliniken habe die gesetzliche Unfallversicherung vorweggenommen, was der Gesetzgeber jetzt anstrebe, nämlich die Krankenhausfinanzierung aus einer Hand. Nach einem Übergang sollten dann die Krankenkassen dafür verantwortlich sein. Da die Berufskrankheiten Silikose und Asbestose zurückgehen, nehmen die Kliniken bereits neue Ziele ins Auge. So sollen Voraussetzungen für ein breites Behandlungsspektrum geschaffen werden. Mit den Hauterkrankungen wurde bereits ein erster Schritt getan. Dennoch sollten bei den Berufskrankheiten-Kliniken Möglichkeiten der Prävention stärker geprüft werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Betriebliche Prävention (vormals BPUVZ, die BG)
Homepage: https://www.beprdigital.de/archiv.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0156/6252


Informationsstand: 18.09.2007

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