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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Einsatzmöglichkeiten und Erfahrungen des Betriebsrats bei psychischen Erkrankungen


Autor/in:

Abend, Peter


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die BG, 2009, 121. Jahrgang (Heft 2), Seite 67-68, Berlin: Schmidt, ISSN: 0723-7561


Jahr:

2009



Abstract:


Anhand des Beispiels einer Führungskraft wird plastisch beschrieben, welche Möglichkeiten der Betriebsrat bei psychischen Erkrankungen hat. Neben dem Aufbau eines betrieblichen Netzwerkes sind zunächst erste Schritte im unmittelbaren Umfeld des Betroffenen erforderlich. Der Betriebsrat ist nicht für die Krankenanalyse zuständig, dafür gibt es entsprechende Spezialisten. Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz sind auch bei der Gothaer Krankenversicherung AG in Köln aktuell und es wird von der Geschäftsleitung versucht, durch gesundheitserhaltende Maßnahmen dagegenzusteuern.

Peter Abend ist Betriebsratsvorsitzender im Gothaer Konzern mit 400 Mitarbeitern. Mitarbeiter mit verschiedensten Funktionen die unter psychischen Belastungen leiden, suchen häufig Rat bei ihm. Der Autor beschreibt einen Fall aus seiner Praxis. In diesem Fall handelt es sich um einen Leistungsträger, der dafür bekannt war, dass er immer sehr viele Überstunden machte und sich sehr viele Extraarbeiten zumutete. In dem ersten Gespräch stellte Peter Abend bereits fest, dass der Mitarbeiter völlig überfordert und nicht mehr handlungsfähig war.

Die Aufgaben konnte er nicht mehr bewältigen und Fristsachen wurden nicht mehr erledigt, was zur Folge hatte, dass die Erfüllung der Fristsachen abgemahnt wurde und mit dem Vorgesetzten Rücksprache gehalten wurde. Bei einem gemeinsamen Gespräch mit dem Vorgesetzten wurden Gründe für diese Situation gesucht und nach Möglichkeiten, um die Arbeitsrückstände zu beseitigen. Trotz entlastender Maßnahmen wurde sichtbar, dass der betroffene Mitarbeiter nicht mehr handlungsfähig war und er schließlich professionelle Hilfe suchen musste.

Der Betroffene wurde 16 Wochen stationär in einer psychiatrischen Klinik aufgenommen und hielt Kontakt mit dem Betriebsrat. Nach dem Klinikaufenthalt wurde nach den besten Möglichkeiten einer betrieblichen Wiedereingliederung gesucht. Dabei kam zum Vorschein, dass der Leistungsträger nicht mehr in seinem alten Fachbereich arbeiten wollte. Er wurde vorübergehend in einem anderen Bereich eingesetzt, in dem keine neue Planstelle zur Verfügung stand. Der Betriebsrat versuchte vergebens über ein halbes Jahr zu verhandeln, bis dieser schließlich mit dem Vorstand eine offizielle Versetzung des Betroffenen verhandelte.

Ein Netzwerk auf allen Ebenen innerhalb eines Betriebs ist notwendig, um Betroffenen zu helfen. Der erste Schritt ist, die Probleme im unmittelbaren Umfeld des Leidtragenden zu lösen. Erst danach sollten Gespräche mit dem Vorgesetzten gesucht werden. Der Arbeitgeber ist gemäß § 15 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, eine Gefährdungsanalyse durchzuführen. Besonders die Gestaltung der Arbeitsbedingungen und der Einfluss der Psyche des Menschen spielen hierbei eine große Rolle.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Betriebliche Prävention (vormals BPUVZ, die BG)
Homepage: https://www.beprdigital.de/archiv.html

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0156/7029


Informationsstand: 31.03.2009

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