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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Persönliches Budget in der Behindertenhilfe

Eine Zwischenbilanz



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe e.V. (BEB)


Quelle:

Orientierung, 2007, Heft 1, Seite 33-36, Reutlingen: Grafische Werkstätte, ISSN: 0720-2172


Jahr:

2007



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Abstract:


Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe nimmt Stellung zum Persönlichen Budget. Es wird deutlich, dass er die Selbstbestimmung und die daraus resultierenden Freiheiten im Zuge des Persönlichen Budgets unterstützt. Im trägerübergreifenden Persönlichen Budget sieht der Bundesverband eine Möglichkeit, die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung zu stärken. Dabei verweist er auf das von Gott gegebene Recht eines jeden Geschöpfes auf Teilhabe in der Gesellschaft. Das Persönliche Budget kann als trägerübergreifende Komplexleistung dazu einen Beitrag leisten.

Die Stellungnahme verweist jedoch auch ganz klar auf konkrete Schwachstellen im Persönlichen Budget. Diese findet man vor allem in den Bereichen der Kommunikation, Konzeption und der Ausgestaltung. Zunächst wird die von Politik und Verwaltung in Umlauf gebrachte negative Assoziation von Persönlichem Budget und Kürzungen von Sozialleistungen kritisiert. Sie schürt Skepsis und Misstrauen, die mit einem Verbleib bei alten Strukturen einhergeht. Da es keine einheitliche Bedarfsfeststellung gibt, kann keine Rechtssicherheit gewährleistet werden. Eine sichere Budgetbemessung ist auch nicht möglich. Ein weiterer großer Kritikpunkt ist die schlechte Informationslage an allen Fronten, so dass Chancen und Möglichkeiten des persönlichen Budgets oft unerkannt bleiben. Außerdem ist ein intensives und zielgruppengerechtes Informationsangebot sowie eine Budgetberatung dringend notwendig. Bemängelt wird ebenfalls die uneinheitliche Leistungszuordnung, die dem Budgetnehmer und dem Sozialträger erhebliche Kontroll- und Gestaltungsprobleme auferlegt.

Im Gegenzug begrüßt der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe das Konzept des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, der ein Bundesteilhabegeld vorschlägt. Hierin sieht er eine sinnvolle Möglichkeit einen niedrigschwelligen Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderung bei der Lebensführung und bei der sozialen Teilhabe zu gewähren. Außerdem fordert er den Staat auf, ein Mindestmaß an Qualität von sozial-pflegerischen Leistungen zu sichern.

Der Bundesverband evangelischer Behindertenhilfe trägt zur Umsetzung des Persönlichen Budgets bei, zum Beispiel aktive Informationsverbreitung auf allen Seiten, Fortbildungen und Schulungskonzepte, Netzwerke zum Erfahrungsaustausch, Förderung von Selbsthilfeinitiativen sowie Kooperation und Unterstützung von Wissenschaft und Forschung sollen dem Persönliche Budget doch noch zum Erfolgskonzept verhelfen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Orientierung
Homepage: https://www.beb-orientierung.de/

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Referenznummer:

R/ZS0157/6349


Informationsstand: 27.11.2007

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