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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Migration, Kultur und Behinderung

Ein bundesweites Netzwerk arbeitet für die transkulturelle Öffnung gesundheitlicher und sozialer Dienste



Autor/in:

Kauczor, Cornelia


Herausgeber/in:

Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG)


Quelle:

FORUM sozialarbeit und gesundheit, 2007, Heft 3, Seite 24-25, Mainz: Eigenverlag, ISSN: 1434-9906


Jahr:

2007



Abstract:


Die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund, die von Behinderung betroffen sind, steigt. Viele Fachkräfte stellt der Bedarf an psychosozialer Beratung, medizinischer Rehabilitation und Hilfe zur verbesserten Teilhabe am Berufs- und Alltagsleben vor große Herausforderungen. Das Netzwerk Migration und Behinderung, das eine transkulturelle Behindertenhilfe fördert und für kultursensibles Arbeiten eintritt, ist hierbei Ansprechpartner.

Das Thema Migration, Kultur und Behinderung ist bisher noch nicht in Ausbildungscurricula vorgesehen. Die Angebote der Behindertenhilfe sollten immer dazu beitragen, die Potenziale der Menschen zu stärken. Hierfür bedarf es einer Unterstützung durch Mittler, um den Zugang zum komplexen Angebotskatalog der deutschen Behindertenhilfe zu finden.

Oftmals sind Fachkräfte jedoch vom Kontakt mit Zuwanderern überfordert. Sie sind über deren Denkstrukturen und Bewältigungsstrategien unzureichend informiert oder kommunizieren aus ihren eigenen kulturellen Werten und Normen heraus mit den Menschen.

Eine transkulturelle Behindertenhilfe ist an kultur- und normübergreifenden Methoden der Zusammenarbeit im Interesse der Menschen mit Behinderung und ihrer Angehörigen aller Kulturen interessiert. Auch wenn deutsche Fachkräfte oftmals den Einsatz von muttersprachlichen Experten fordern, würde dies, neben fehlenden Mitteln, nur zur Schaffung einer Sondergruppe führen. Wirksamer ist eine Öffnung der Angebote der Gesundheitsversorgung, Rehabilitation und Teilhabe. Aufgrund möglicher Sprachunterschiede müssen neue Wege der Kommunikation gefunden werden.

Die deutsche Behindertenhilfe müsste verstärkt Zuwanderer mit Behinderung mit individuellen, kulturspezifischen Bedürfnissen wahrnehmen, denn eine kultursensible Behindertenhilfe birgt Vorzüge für die Mehrheitsgesellschaft und spart Ressourcen.

Im Jahre 2001 wurde das Netzwerk Migration und Behinderung gegründet. Im Austausch mit Interessierten und Betroffenen sollte ergründet werden, durch welche Konzepte eine transkulturelle Öffnung möglich wird. Ziel des Netzwerkes ist die Förderung einer kulturellen Öffnung der Dienste in Deutschland durch Informationen und Fortbildung zum Thema. Bundesweit existieren bereits verschiedene Angebote, die jedoch alle regional tätig sind. Das Netzwerk Migration und Behinderung ist auf Bundesebene zugänglich.

Zu den konkreten Aufgaben zählen Aufbau und Vernetzung von Selbsthilfestrukturen, Sensibilisierung der bundesdeutschen Selbsthilfebewegung hinsichtlich der Gruppe der behinderten Migranten, Förderung von entsprechenden Publikationen in der Fachliteratur, Förderung der Forschungsaktivitäten und Blick über die Grenzen ins Ausland. Das Netzwerk bietet Informationen und Beratung zu allgemeinen Fragen sowie Einzelfällen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


FORUM sozialarbeit + gesundheit
Homepage: https://dvsg.org/fachzeitschriften/forum-sozialarbeit-gesund...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0161/6205


Informationsstand: 30.07.2007

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