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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Wie organisiert man Ideen? InReha begleitet die Wiedereingliederung von Schädelhirnverletzten


Autor/in:

Reimann, Anett


Herausgeber/in:

Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG)


Quelle:

FORUM sozialarbeit und gesundheit, 2007, Heft 4, Seite 32-35, Mainz: Eigenverlag, ISSN: 1434-9906


Jahr:

2007



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Abstract:


Seit einigen Jahren beauftragen die Versicherer Integrations- und Rehabilitationsdienste, Schädelhirnverletzte zu begleiten und zu unterstützen. Anett Reimann zeigt in dem Artikel beispielhaft die Arbeit des Rehabilitationsdienstes InReha auf.

In Deutschland erleiden jährlich etwa 270.000 Menschen eine Schädelhirnverletzung. Die dadurch verursachten Kosten belaufen sich auf etwa 2,5 Milliarden Euro. Etwa zehn Prozent der Betroffenen berichten auch ein Jahr nach dem Unfall über eine Verschlechterung der Lebenssituation.

Der 40-jährige Jörg B. ist einer von ihnen. Im Sommer 2005 erlitt er bei einem Verkehrsunfall eine schwere Kopfverletzung und lag mehrere Tage im Koma. In den folgenden Monaten absolviert er Therapien und stationäre Reha-Aufenthalte und verliert am Ende seine Arbeitsstelle.

Der Kraftfahrhaftpflichtversicherer des Unfallverursachers bietet auf Initiative des Anwalts des Geschädigten schließlich Unterstützung an. Nach der Einschaltung von InReha als Rehabilitationsdienst bekommt Buchner ausführliche Informationen zu den von InReha übernehmbaren Aufgaben. Beim ersten Gespräch, an dem sowohl der Anwalt als auch ein Fallmanager von InReha teilnimmt, geht es in erster Linie darum, Vertrauen aufzubauen und die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit zu schaffen. Da der regionale Fallmanager nur wenige Kilometer von Buchner entfernt wohnt, kennt er die Gegebenheiten in der Region gut.

Der Integrationsbegleiter erhebt anschließend eine Anamnese, in die Informationen aus den Gesprächen sowie den Berichten der Angehörigen und Ärzte einfließen. Gemeinsam mit Buchner wird eine Zielvereinbarung formuliert, deren Erreichen von InReha organisiert und begleitet wird. Nachdem alle notwendigen Informationen zusammengetragen sind, nehmen Mitarbeiter von InReha Kontakt zum Arbeitgeber auf, der jedoch jegliche Zusammenarbeit ablehnt.

Gemeinsam mit InReha sucht Jörg B. also nach neuen Alternativen und schließlich ermöglicht ihm ein mittelständisches Unternehmen ein mehrwöchiges Praktikum. InReha stimmt mit dem Betrieb und Buchner Arbeitszeiten und -inhalte ab und führt regelmäßig Telefonate und Besuche durch. Als der Betrieb signalisiert, Buchner einstellen zu wollen, macht sich bei diesem Unsicherheit breit. Er bespricht dieses Thema mit InReha und es wird nach Lösungswegen gesucht. Schließlich werden einige Veränderungen am Arbeitsablauf und Umgang vorgenommen und drei Monate später unterschreibt er einen Arbeitsvertrag in der Firma. Durch InReha unterstützt, hat Buchner die berufliche Eingliederung geschafft.

Für die Arbeit von InReha ist Vertrauen eine wichtige Voraussetzung. Diese muss jedoch erst durch fachliche Kompetenz und Zuverlässigkeit erworben werden. Weiterhin lassen sich solche positiven Veränderungen nur dann verwirklichen, wenn das Netzwerk weiter ausgebaut und gestärkt wird. Aus diesem Grund sei es wünschenswert, so Reimann, dass sich die Krankenkassen den Erfahrungen der privaten Haftpflichtversicherer mit dem Rehamanagement weiter öffnen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


FORUM sozialarbeit + gesundheit
Homepage: https://dvsg.org/fachzeitschriften/forum-sozialarbeit-gesund...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0161/6375


Informationsstand: 02.11.2007

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