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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Reha/Case-Management-Support: Das Netzwerk für komplexe Fälle


Autor/in:

Walle, Etzel


Herausgeber/in:

Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG)


Quelle:

FORUM Sozialarbeit und Gesundheit, 2009, Heft 2, Seite 27-29, Mainz: Eigenverlag, ISSN: 1434-9906


Jahr:

2009



Abstract:


Vorgestellt wird der Reha/Case Management Support der m & i Fachklinik Enzensberg, der mit seinem innovativen Angebot das Reha-Management der Leistungsträger für Versicherte mit chronischen Krankheitsverläufen und Unfallfolgen übernimmt. Fallbezogene, individuelle Beratung und Betreuung in einem flexiblen und unabhängigen Netzwerk sollen für optimierte Rehabilitationsleistungen zu Gunsten aller Beteiligten sorgen.

Grundgedanke des Konzeptes ist es, die komplexen und langwierigen Verfahrenswege bis zur beruflichen und sozialen Integration nach schweren Unfällen oder bei chronischen Krankheitsverläufen zu vereinfachen, um die Versicherten psychisch, finanziell und sozial zu entlasten. Im Auftrag eines Leistungsträgers übernimmt Reha/Case Management Support die Steuerung des Rehabilitationsprozesses, indem sie einen konkreten Handlungsplan mit interdisziplinärem medizinischem Schwerpunkt und möglichen Arbeitsplatzanforderungen erstellen. Zielgruppe dieses Supports sind vorwiegend komplizierte Fälle, die durch komplexe Krankheitsverläufe und ein unklares Leistungsprofil gekennzeichnet sind.

Am Beispiel des Kraftfahrers Paul W. stellt der Autor die praktische Umsetzung des Reha/Case Management Supports vor. Durch eine umfassende, zeitnahe Situationsanalyse und Ermittlung des Rehabilitationspotenzials können berufs- und arbeitsorientierte Therapie- und Trainingsmaßnahmen angeboten werden.

Ziele des Ansatzes sind daher:
- das Feststellen des Restleistungsvermögen bei verminderter Erwerbsfähigkeit,
- das gezielte Herausarbeiten geeigneter Therapieformen,
- die adäquate Steuerung notwendiger medizinischer, therapeutischer, pflegerischer und sonstiger Maßnahmen, unter Ausfilterung vermeidbarer Maßnahmen,
- der Erhalt des Arbeitsverhältnisses, das Eröffnen neuer beruflicher Perspektiven und/oder das Sichern begonnener beruflicher Maßnahmen,
- der Erhalt beziehungsweise das Wiedergewinnen der persönlichen Mobilität und
- das Verbessern/Beschleunigen von Verfahrensabläufen im Sinne einer nahtlosen Rehabilitation und schnellen beruflichen und sozialen Wiedereingliederung.

Die Koordination des übernommenen Auftrages übernimmt ein Team aus Medizinern und Sozialarbeitern, das auch das individuell erforderliche Programm für den Patienten zusammenstellt. Gemeinsam mit regionalen und wohnortnahen Netzwerkpartnern arbeiten die Experten aus dem Akut- und Rehabilitationsbereich darauf hin, die soziale und berufliche Reintegration des Patienten zu erreichen.

Nach Auswertung der Gesamtsituation legen die Mitarbeiter des Teams zusammen mit dem Versicherten, in Abstimmung mit dem Auftraggeber, bestimmte Handlungsstrategien fest, um die Teilhabe am Arbeitsleben und in der Gesellschaft zu ermöglichen. Eine Querschnittsstudie zur Patientenzufriedenheit und zum Verbleib nach der Maßnahme bestätigte in den meisten Fällen den Erfolg des Konzeptes. In der Mehrheit der Fälle verbesserte oder klärte sich der Erwerbsstatus durch das Reha/Case Management. Die Patientenzufriedenheit war dementsprechend hoch.

Das Reha/Case Support Management gibt sowohl Versicherten wie Leistungsträgern neutrale Empfehlungen zu erforderlichen Maßnahmen und einen Zugang zu medizinischen, therapeutischen, beruflichen und sozialen Informationen. Dabei bilden die Stärken des Versicherten die Basis für den ressourcenorientierten Prozess. Kooperation und Leistungskoordination vermeiden teure und unnötige Unterbrechungen im Verfahrensablauf sowie Doppelleistungen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Adresse: Fachklinik Enzensberg




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


FORUM sozialarbeit + gesundheit
Homepage: https://dvsg.org/fachzeitschriften/forum-sozialarbeit-gesund...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0161/7089


Informationsstand: 14.05.2009

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