Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zur Fürsorge verpflichtet: Welche rechtlichen Vorgaben beim Burnout einzuhalten sind


Autor/in:

Cantauw, Jutta


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Personalmagazin, 2012, Heft 3, Seite 20-22, Freiburg im Breisgau: Haufe, ISSN: 1438-4558


Jahr:

2012



Abstract:


Rechtsfragen stehen beim Thema Burnout selten im Fokus. Aber sie sind nicht zu vernachlässigen, denn Arbeitgeber haben Fürsorgepflichten. Die Pflicht zum präventiven Gesundheitsschutz wird durch § 618 BGB konkretisiert. Arbeitgeber sind nicht nur verpflichtet, Arbeitsunfällen vorzubeugen sondern auch Gefahren für das psychische Wohlbefinden des Arbeitnehmers wahrzunehmen. Geeignete Maßnahmen zu finden ist allerdings schwierig, wegen der Individualität des Burnout-Syndroms, das von der beruflichen und privaten Situation des Beschäftigten abhängt. Erschwerend kommt hinzu, dass es an arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen mangelt.

Erkennt der Arbeitgeber konkrete Anzeichen einer gesundheitsgefährdenden Überlastung, muss er aufgrund seiner Fürsorgepflicht gegensteuern. Er darf weder verlangen noch dulden, dass sich ein Arbeitnehmer in einer seiner Gesundheit gefährdenden Weise überarbeitet (dazu BAG-Urteil vom 13.03.1967, Aktenzeichen 2 AZR 133/66). Gegensteuern kann er zum Beispiel durch Regulierung der Arbeitszeit und Festlegung von Erholungsphasen. Der Arbeitgeber kann auch verpflichtet sein, dem Arbeitnehmer anzubieten, ihn im Rahmen der vertraglich vereinbarten Tätigkeit auf einen anderen Arbeitsplatz umzusetzen (BAG, Urteil vom 17.2.1998, Aktenzeichen 9 AZR 130/97).

Kommt es bei einem Mitarbeiter zum Burnout, bedeutet das häufig den plötzlichen Totalausfall. Wenn der Betroffene nach seiner Krankheit zurückkehrt, ist unter Umständen ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchzuführen. Die ärztliche Empfehlung kann auch die Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz beinhalten. Ist dem Arbeitgeber die Versetzung möglich und zumutbar, kann sogar unter engen Voraussetzungen eine Pflicht zur Versetzung bestehen (BAG, Urteil vom 23.4.2008, Aktenzeichen 2 AZR 1012/06).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Urteil mit Aktenzeichen 9 AZR 130/97 Wechsel des Arbeitsplatzes auf ärztliche Empfehlung
Urteil mit Aktenzeichen 2 AZR 1012/06 Kündigungsschutz - Betriebliches Eingliederungsmanagement




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Personalmagazin
Homepage: https://www.haufe.de/personal/zeitschrift/personalmagazin/ja...

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Referenznummer:

R/ZS0168/8996


Informationsstand: 20.03.2012

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