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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Kleine Revolution für großen Anwenderkreis - 3C60 Kenevo im Praxistest


Autor/in:

Kramer, Michael


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

RehaTreff, 2015, 15. Jahrgang (Heft 4), Seite 20-22, Ettlingen: AWS Medienverlag GmbH


Jahr:

2015



Abstract:


Mit dem Anspruch, moderne Prothesentechnologie gezielt für die Ansprüche von Frischamputierten und für ältere oder schwächere Prothesenträger verfügbar zu machen, stellt Otto Bock nicht nur ein weiteres elektronisch gesteuertes Kniegelenksystem vor - es könnte der Beginn eines neuen Konzept in der Rehabilitation von Beinprothesenträgern sein.

Die Firma Otto Bock setzt mit dem 3C60 Kenevo ein Zeichen für Hightech in den niedrigen Mobilitätsklassen. Das Konzept ist relativ einfach: Man nehme feinste, bewährte Messsensorik, stimme sie neu auf die besonderen Bedürfnisse einer körperlich geschwächten Anwendergruppe ab und verpacke das Ganze in ein leichtgewichtiges, einfach zu bedienendes Äußeres. Klingt einfach, hat aber laut Hersteller für die meisten Funktionen zu Neuentwicklungen geführt.

Ein solches neuentwickeltes System kommt dem geschwächten Anwender von Beginn an entgegen: Es vermittelt Sicherheit auch in anfangs schwierigen und anstrengenden Situationen. Diese Sicherheit erzeugt beim Anwender eine erhöhte Bereitschaft, sich aktiv mit der eigenen Prothese und der Zunahme der eigenen Beweglichkeit auseinander zu setzen. Zunehmende Geschicklichkeit und Ausdauer verlangen jedoch nach immer differenzierterer Prothesentechnik. Diese wird im Kenevo per Software-Knopfdruck abrufbar - durch die Betriebszustände 'A' bis 'C'.

Das Laden erfolgt über ein Induktionsladegerät, welches magnetisch hinten an das Gelenk angeheftet wird. Der Ladevorgang startet automatisch, auch durch den Bekleidungsstoff hindurch, was sich als ziemlich einfach erweist. Darüber hinaus unterstützt das Knie immer das Hinsetzen und das Aufstehen auf besonderer Weise. Es erkennt den Wunsch zum Hinsetzen automatisch anhand des besonderen Bewegungs- und Belastungsmusters.

Kenevo unterstützt das Aufstehen in einer passiven Weise, indem es das Beugeventil beim Aufstehen geschlossen hält und zunächst nur das Strecken des Gelenks bei der Bewegung nach oben zulässt. Die so genannte Rollstuhlfunktion ermöglicht das Arretieren des Gelenks ab einem Winkelbereich von ca. 45 Grad bis nahezu gestreckt. In jedem Betriebszustand verfügbar sind die Sicherheitsfunktionen. Hierzu zählen Erkennen und Berücksichtigen von Rückwärtsgehen.

Die Anwender des Kenevo werden üblicherweise langsamer gehen. Sie werden mit hohem Prothesengewicht besondere Mühe haben und keinen Wert auf kleinteilige Bedienung legen. Daher wurden Teile der eingebauten Komponenten in ihrer Leistungsfähigkeit zugunsten eines geringeren Gewichts beschränkt.

Als wären die bereit gestellten Funktionen und Eigenschaften nicht schon umfassend genug, überlegt der Hersteller die Erstellung eines gesamten Therapiekonzepts auf Basis der Möglichkeiten des Systems. Techniker können ohne Wechsel der Prothese die Eigenschaften während der ersten Rehabilitationsphase fließend an die Zunahme der Mobilität des Betroffenen anpassen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Magazin RehaTreff
Homepage: http://rehatreff.de/rehatreff

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0173/0065


Informationsstand: 17.03.2016

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