Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Merkmalblatt 8.2: Arbeitszeit


Sammelwerk / Reihe:

Strukturierter Merkmalkatalog


Autor/in:

Wieland, Klaus; Weinmann, Sigbert; Schian, Hans-Martin


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1990


Jahr:

1990



Abstract:


Merkmalblatt 8.2 Arbeitszeit

Definition:

Zeit, in der gegen Entgelt gearbeitet wird. In der Regel ist durch Arbeits- oder Tarifvertrag eine regelmäßige wöchentliche oder monatliche Arbeitszeit vereinbart. Diese wird auf 5 oder 6 Arbeitstage pro Woche verteilt - regelmäßige Arbeitszeit. Hiervon abweichende Arbeitszeitregelungen sind häufig (zum Beispiel Arbeit an weniger als 5 Tagen pro Woche, Einfügung zusätzlicher Feierschichten). Unter Saisonarbeit werden Arbeitszeiten verstanden, deren Dauer jahreszeitlichen Veränderungen unterliegt (zum Beispiel fallen im Bauhauptgewerbe im Sommer häufig lange tägliche Arbeitszeiten an, während im Winter kurz- oder nicht gearbeitet wird).

Überstunden sind zusätzlich zu der vereinbarten tariflichen Arbeitszeit erbrachte Arbeitsstunden, Gleitzeit erlaubt dem Arbeitnehmer, den Beginn und das Ende seiner Arbeitszeit in einem vorgegebenen Zeitrahmen flexibel zu gestalten.

Teilzeitarbeit (Teilschicht) enthält Arbeitszeitregelungen, die weniger als die tarifvertraglich festgelegte normale Arbeitszeit von 35 bis 40 Wochenstunden beträgt. Im Gegensatz dazu wird unter Vollzeitarbeit die volle tarifvertraglich vereinbarte Arbeitszeit verstanden (volle Schichtzeit).

Beanspruchung:

Die Beanspruchung ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Erholungszeit (freie Zeit abzüglich der gebundenen Zeiten für die allgemeine Lebensführung). Durch die häufig unbezahlten Pausen, den Zeitaufwand für den Arbeitsweg und Rüstzeiten ergibt sich die 'sozial wirksame Arbeitszeit', welche bei der Ermittlung der Erholungszeit berücksichtigt werden muss. Vor allem bei Behinderten, die für die Aufgaben der allgemeinen Haushalts- und Lebensführung (Kochen. Essen, Haushalt, Einkaufen, Körperpflege) einen höheren Zeitbedarf haben, kann sich die zur Erholung notwendige verbleibende echte Freizeit (Erho- lungszeit) erheblich verkürzen.

Bewertung:

Da bei Behinderten der tatsächlich arbeitsfreien Zeit eine wesentliche Bedeutung zukommt, sollte bei der Arbeitszeiterfassung die 'sozial wirksame Arbeitszeit' berücksichtigt werden, d. h. die Arbeitszeit sollte auch solche Arbeitszeitelemente enthalten, für die kein Entgelt geleistet wird (unbezahlte Pausen, Rüstzeiten, innerbetriebliche Wegezeiten).

Bewertung: (S)
Stufenschlüssel (Vorschlag)
- unter halbschichtige Teilzeitarbeit (Arbeitszeit einschließlich unbezahlter Arbeitselemente beträgt weniger als die Hälfte der Tarif-Arbeitszeit)
- halbschichtige Teilzeitarbeit (Arbeitszeit einschließlich unbezahlter Arbeitszeitelemente zwischen 50 und 75 Prozent der Tarif-Arbeitszeit)
- unter vollschichtige Teilzeitarbeit (Arbeitszeit einschließlich unbezahlter Pausen zwischen 75 und 100 Prozent der Tarif-Arbeitszeit)
- Vollschichtarbeit (bezahlte Arbeitszeit einschließlich Pausen maximal 9 Std. pro Tag) mit sogenannter Gleitzeitregelung
- Vollschichtarbeit (bezahlte Arbeitszeit einschließlich Pausen maximal 9 Std. pro Tag) mit fester Anfangszeit
- Vollschichtarbeit mit regelmäßiger Mehrarbeit (Überstunden, einschließiich Pausen mehr als 9 Std. pro Tag
- häufig bei Saisonarbeitern, Bau- und Montagearbeitern).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/publikat...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

VT0167


Informationsstand: 03.11.1992

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