Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen neu eingestellten Hausmeister mit einer Sehbehinderung bei einem Metallbauunternehmen

Arbeitgeber:

Das Metallbauunternehmen stellt mit seinen 74 Mitarbeitern beispielsweise Elemente für den Stahlbau, Balkone und Überdachungen her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Sehbehinderung. Er ist stark kurzsichtig, sieht aber auch auf weite Entfernungen schlecht. Nachts hat er fast kein Sehvermögen. Teilweise kommt es zu Gesichtsfeldausfällen. Nach Aussage eines Arbeitsmediziners dürfen keine Fahrzeuge (Radlader oder Traktor) auf dem Werksgelände gefahren werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 80. Sein Schwerbehindertenausweis trägt das Merkzeichen RF.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist ausgebildeter Ausbaufacharbeiter für den Bereich Innenausbau von Gebäuden. Er wurde vom Arbeitgeber neu als Hausmeister eingestellt. Die Vermittlung des vorher arbeitslosen Mannes erfolgte über die Arbeitsagentur nach einer Trainingsmaßnahme im Reinigungsbereich.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Auf dem ca. 10.000 m² großen Firmengelände wird der Hausmeister im Innen- sowie Außenbereich für Aufräum- sowie Reinigungsarbeiten, die Landschaftspflege und den Winterdienst eingesetzt. In diesem Zusammenhang gehören das Kehren, das Rasenmähen der Randstreifen, die Laubbeseitigung, das Schneeräumen und die Mülltrennung zu seinen Aufgaben. Bei der Mülltrennung müssen die Wertstoffe (Verpackungen der gelieferten Waren) zum späteren Recyceln sauber getrennt und gestapelt werden.
Für die Ausübung der Tätigkeiten (Kehren, Rasenmähen, Laubbeseitigung, Schneeräumen und Salzstreuen) mussten Hilfsmittel angeschafft werden, die einen wirtschaftlichen und behinderungsgerechten Einsatz des Mitarbeiters ermöglichen. Da beispielsweise das Fahren einer Aufsitzkehrmaschine und eines Aufsitzrasenmähers (Rasentraktors) durch die Sehbehinderung nicht möglich ist, wurden:
- eine batteriebetriebene Kehrmaschine zum Mitgehen für den Innenbereich bzw. die Werkshallen, mit der auch schwerzugängliche Ecken und Kanten gekehrt werden können,
- ein Zweiradtraktor zum Mitgehen für den Außenbereich mit Zubehör (Mähgerät, Einwalzenkehrmaschine, Schneeräumschild sowie Salz-Splitt-Düngerstreuer) und
- ein Laub- und Abfallsauger mit Laufrädern, Saugschlauch sowie Fangsack
angeschafft.
Die eingesetzten Hilfsmittel besitzen eine ausreichende Flächenleistung und sind durch den Motorantrieb sowie die Steuerung leicht zu bedienen. Die batteriebetriebene Kehrmaschine mit Elektromotor wurde vom Einsatz her einer Kehrmaschine mit Verbrennungsmotor vorgezogen, um Belästigungen und Belastungen durch Abgase in den Werkshallen zu vermeiden.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die Hilfsmittel zur behinderungsgerechten Gestaltung für den neu geschaffenen Arbeitsplatz wurden vom Integrationsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter.



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Referenznummer:

Pb/110702



Informationsstand: 22.05.2018