Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Beschäftigung von Mitarbeitern mit Schwerbehinderung in Inklusionsabteilungen bei einem Catering-Unternehmen

Arbeitgeber:

Das mittelständische Unternehmen für Betriebsgastronomie und Schulverpflegung beschäftigt insgesamt 160 Mitarbeiter, zu denen auch 18 Menschen mit Schwerbehinderung in neun Inklusionsabteilungen gehören. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Verpflegung in Schulen, nach der Umstellung auf Ganztagsunterricht, expandiert der Arbeitgeber und benötigt mehr Personal. Bedingt durch den Besuch einer gut funktionierenden Mensa, in der bereits Menschen mit Schwerbehinderung arbeiten, fasste der Arbeitgeber den Entschluss bei seiner Personalsuche besonders Menschen mit Schwerbehinderung zu berücksichtigen. In Zusammenarbeit mit Integrationsfachdiensten in der Region und mit der beratenden Unterstützung des Integrationsamtes wurden dann in neun Monaten Inklusionsabteilungen in den Schulmensen und der Zentralküche aufgebaut. Die Integrationsfachdienste übernahmen dabei auch die Aufgabe dem Arbeitgeber geeignete Kandidaten zu vermitteln.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiter:

Die Mitarbeiter sind körperbehindert, sinnesbehindert oder lernbehindert. Bei den Mitarbeitern mit einer körperlichen Behinderung ist überwiegend der Stütz- und Bewegungsapparat betroffen, wodurch lang anhaltende physisch stark belastende Tätigkeiten (z. B. das Tragen und Heben von Lasten) vermieden werden sollten. Die Mitarbeiter mit einer Lernbehinderung arbeiten langsamer und benötigen mehr Zeit sowie Hilfe, um komplexe Zusammenhänge und Situationen zu verstehen sowie zu erkennen. Zu den Mitarbeitern mit einer Sinnesbehinderung gehört z. B. eine gehörlose Frau, die akustische Informationen (Lautsprache und Signale), nicht wahrnehmen kann. Eine verbale Kommunikation mit ihr ist daher nur über Gebärden oder schriftliche Notizen möglich.

Ausbildung und Beruf:

Die Mitarbeiter haben kaum oder gar keine Vorkenntnisse im Bereich der Betriebsgastronomie. Sie waren vorher arbeitslos und wurden von dem Reha-Team der Arbeitsagentur mit Hilfe eines Integrationsfachdienstes an den Arbeitgeber vermittelt. Dort absolvierten sie zu Beginn ein ein- bis zweiwöchiges Praktikum. Im Rahmen des Praktikums wurden sie unter Anleitung für verschiedene Arbeiten angelernt. Dabei wurde auch festgestellt, ob ihnen die Tätigkeit gefällt und ob sie die Tätigkeit mit der entsprechenden Unterstützung weiter ausüben können. Die geeigneten Kandidaten erhielten im Anschluss daran eine Festanstellung und wurden entsprechend in einer Mensa oder der Zentralküche als Halbtagskräfte eingesetzt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Inklusionsabteilungen (Schulmensen und Zentralküche) bestehen aus zwei schwerbehinderten, zwei geringfügig Beschäftigten und einem leitenden Mitarbeiter. Die Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung in den Schulmensen bereiten Frühstücksbrötchen oder Salate zu, sorgen für die Fertiggarung der gekühlten Speisen, geben Essen aus, spülen und bedienen das bargeldlose Abrechnungssystem. Die Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung in der Zentralküche sind überwiegend für das Vakuumieren der vorgegarten Speisen zuständig, die dann später zu den Mensen gefahren und dort fertiggegart werden. Betreut und unterstützt werden die betreffenden Mitarbeiter in den Inklusionsabteilungen durch den leitenden Mitarbeiter und bei Problemen durch den Integrationsfachdienst. Die Motivation in einem normalen Unternehmen beschäftigt zu sein, reicht zumeist aus um den behinderungsbedingten Nachteil auszugleichen.

Förderung und Mitwirkung:

Die Gründung der Inklusionsabteilungen wurde im Rahmen der übernommenen Regelförderung für Investitionszuschüsse (pro Arbeitsplatz) aus dem früheren Landesprogramm 'Integration unternehmen!' vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und Integrationsamt gefördert. Außerdem erhält der Arbeitgeber vom Integrationsamt eine Betreuungsaufwandsentschädigung und einen Beschäftigungssicherungszuschuss (Minderleistungsausgleich) zur Kompensation der außergewöhnlichen Belastung und von der Arbeitsagentur einen zeitlich befristeten Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe für die vorher arbeitslosen Mitarbeiter.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter und der Arbeitsagenturen.



Link:

Landesprogramm 'Integration unternehmen!' vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen



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Referenznummer:

Pb/110714



Informationsstand: 08.01.2018