Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Deutsche Post DHL Group - Arbeitsgestaltung für eine Zustellerin mit Gehörlosigkeit

Arbeitgeber:

Deutsche Post DHL Group ist eines der weltweit führenden Unternehmen für Logistik und Briefkommunikation. Die Gruppe konzentriert sich darauf, in ihren Kerngeschäftsfeldern weltweit die erste Wahl für Kunden, Arbeitnehmer und Investoren zu sein. Sie verbindet Menschen, ermöglicht den globalen Handel und leistet mit verantwortungsvollem unternehmerischen Handeln, gezielten Umweltschutzmaßnahmen und Corporate Citizenship einen positiven Beitrag für die Welt.
Deutsche Post DHL Group vereint zwei starke Marken: Deutsche Post ist Europas führender Postdienstleister, während DHL in den weltweiten Wachstumsmärkten ein umfangreiches Serviceportfolio in den Bereichen internationaler Expressversand, Frachttransport, E-Commerce und Supply-Chain-Management repräsentiert.
Deutsche Post DHL Group beschäftigt mehr als 500.000 Mitarbeiter in über 220 Ländern und Territorien weltweit.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Der Frau ist gehörlos. Sie ist nicht fähig akustische Informationen, z. B. Lautsprache und Signale, wahrzunehmen. Behinderungsbedingt müssen deshalb hörbare Informationen so umgewandelt werden, dass sie von der Frau optisch oder taktil wahrgenommen werden können. Die Kommunikation mit ihr erfolgt über Gebärden, Gesten oder in schriftlicher Form. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau arbeitet als Zustellerin für die Niederlassung BRIEF Hamburg Zentrum des Arbeitgebers.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Die Mitarbeiterin bereitet morgens ihre Sendungen für ihren Zustellbezirk vor, indem sie Briefe und kleine Pakete mit einem sog. Vorsetzwagen von der Eingangsverteilung zum Sortierarbeitsplatz transportiert. Dort erfolgt dann die Sortierung der Sendungen nach der Zustellfolge in Gepäcktaschen für das Fahrrad und Ablagebeuteln. Die ca. 15 kg schweren Ablagebeutel werden von einem Kollegen mit einem Dienstfahrzeug an festen Stellen im Bezirk deponiert, damit sie dann später vor Ort von der Zustellerin in die Gepäcktaschen des Fahrrades umgefüllt werden können. Dieser Arbeitsablauf ist deshalb so konzipiert, da nur bis zu 50 kg an Sendungen mit dem Fahrrad transportiert werden können. Bei der Zustellung für die ca. 1000 Abgabestellen (Haushalte) legt die Mitarbeiterin im Durchschnitt 25 - 30 km täglich zurück. Unzustellbare Sendungen werden anschließend im Zustellstützpunkt nachbereitet.

Arbeitsorganisation:

Für Besprechungen steht der Frau ein Gebärdendolmetscher zur Verfügung. Sie besitzt ein Diensthandy, über das sie schriftlich per Kurzmitteilung bzw. SMS mit dem Zustellstützpunkt in Kontakt bleibt. In dem festen Zustellbezirk der Mitarbeiterin wurden die Kunden über die Zustellung der Post durch eine gehörlose Zustellerin informiert. Auslieferungsbelege sind oft selbsterklärend und bedürfen damit keiner zusätzlichen Erläuterung. Sollte es doch zu Problemen kommen, so erfolgt die Kommunikation mit dem Kunden über kurze schriftliche Notizen.
In REHADAT finden Sie auch die Kontaktdaten zu Gebärdendolmetschern.

Förderung und Mitwirkung:

Der Gebärdendolmetscher wird vom Integrationsamt gefördert. Der Kontakt zum Integrationsamt und die Koordination der Maßnahme erfolgten über den Inklusionsbeauftragten des Arbeitgebers und die Schwerbehindertenvertretung.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.-Nummern der Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • IMBA - Hören /
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Referenznummer:

Pb/110747



Informationsstand: 29.05.2018