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Angaben zum Praxisbeispiel

Berufliche Integration von hörgeschädigten Mitarbeitern bei einem Kommunalbetrieb

Das Praxisbeispiel ist eine Zusammenfassung eines Interviews, das im Rahmen des Projektes GINKO geführt wurde. Zum Interview gelangen Sie hier.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Kommunalbetrieb zu dem beispielsweise die Abfallbeseitigung, Grünpflege, Straßenreinigung, Winterdienst, Friedhofsunterhaltung und die Nebenbetriebe (Kfz-Werkstatt, Schreinerei, Schlosserei usw.) gehören. Von den ca. 230 Mitarbeitern haben ca. 17% eine anerkannte Schwerbehinderung und davon fünf Mitarbeiter eine Hörschädigung.

Kommentar des Arbeitgebers zur beruflichen Integration der hörgeschädigten Mitarbeiter:
Nach Beurteilung eines mit dem Bereichsleiter der Verwaltung geführten Interviews, können hörgeschädigte Menschen fast überall bei den Kommunalbetrieben eingesetzt werden. Dabei muss nach seiner Meinung bei Tätigkeiten mit einem erhöhten Gefährdungspotential (z. B. durch den Straßenverkehr) berücksichtigt werden, dass gehörlose Menschen hier aus Gründen der Arbeitssicherheit bzw. Unfallgefahr nicht eingesetzt werden können. Ansonsten stehen hörgeschädigten Menschen sämtliche Stellen und Weiterbildungsmöglichkeiten bei den Kommunalbetrieben offen. Dies wird bereits bei der Bewerbung, der Einstellung und später bei der Beschäftigung berücksichtigt. Der Arbeitgeber bemängelt, dass es trotz sehr langem zeitlichen Vorlauf über das Integrationsamt schwierig ist einen Gebärdensprachdolmetscher für eine Veranstaltung zu buchen. Der Grund dafür ist ihm bekannt - es gibt nicht genug Personen mit einer entsprechenden Ausbildung für den eigentlichen Bedarf. Bei einer Absage sollte diese frühzeitiger erfolgen, damit der Arbeitgeber über die Kontakte der hörgeschädigten Mitarbeiter eine Person bzw. einen Bekannten, der die Gebärdensprache beherrscht, zur Übersetzung einladen kann.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern von Gebärdensprachdolmetschern.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiter:

Die Hörschädigung führt beim überwiegenden Teil der fünf Mitarbeiter zur Gehörlosigkeit und beim Rest zur Schwerhörigkeit. Die Mitarbeiter sind nur eingeschränkt oder nicht fähig akustische Informationen, z. B. Lautsprache und Signale, wahrzunehmen. Behinderungsbedingt müssen deshalb hörbare Informationen so verändert bzw. modifiziert werden, dass sie von den Mitarbeitern durch Hilfsmittel (z. B. Hörgerät, Lichtsignale und Vibrationsmelder), Verschriftlichung oder über Gebärdensprache visuell oder taktil wahrgenommen werden können.

Ausbildung und Beruf:

Die Mitarbeiter werden in den unterschiedlichen Bereichen des Kommunalbetriebes ihrer Qualifikation entsprechend eingesetzt. So absolvierte u. a. ein gehörloser Mitarbeiter der Verwaltung nach seiner Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und Sammlung von Erfahrung in seinem Beruf ein Studium zum Diplom-Verwaltungsbetriebswirt (FH). Das Studium wurde dabei mit der Unterstützung durch Gebärdensprachdolmetscher ermöglicht. Nach dem Studium übernahm er dann die Position des stellvertretenden Abteilungsleiters.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

Beispielsweise arbeitet der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt an einem Bildschirmarbeitsplatz im Büro und ist überwiegend für die Finanzen zuständig. In diesem Zusammenhang ist er u. a. für Buchungen, den Jahresabschluss und die Wirtschaftsplanung verantwortlich. Die Kommunikation findet schriftlich per Notizen, E-Mail und bei Bedarf per SMS statt. Eine direkte Kommunikation mit ihm ist aber auch eingeschränkt über die Lautsprache und das Lippenablesen möglich. Bei Versammlungen, Meetings und Konferenzen übernimmt ein Gebärdensprachdolmetscher die Übersetzung der gesprochenen Inhalte.

Arbeitsschutz:

Für die hörgeschädigten Kollegen in den anderen Abteilungen wird z. B. das Schließen eines Tores durch Lichtsignale angezeigt, da sie akustisch die Geräusche des Schließens nicht wahrnehmen können.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung:

Die Kosten für die Gebärdensprachdolmetscher werden vom Integrationsamt übernommen.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter.



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  • IMBA - Hören /
  • IMBA - Lautabgabe/Sprechen /
  • IMBA - Unfallgefährdung /
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Referenznummer:

Pb/110824



Informationsstand: 25.06.2013