Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsgestaltung für einen gehörlosen Bauzeichner bei einem Messebau-Unternehmen

Arbeitgeber:

Das Unternehmen plant und baut Stände für Messen und Ausstellungen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist von Geburt an gehörlos. Er ist nicht fähig akustische Informationen, z. B. Lautsprache und Signale, wahrzunehmen. Behinderungsbedingt müssen deshalb hörbare Informationen so verändert werden, dass sie von dem Mann optisch oder taktil wahrgenommen werden können.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Bauzeichner und arbeitet als Standplaner beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mitarbeiter ist zuständig für die Zeichnungserstellung von Messeständen, die nach Kundenwünschen erstellt werden. Die Planung, Kalkulation sowie Bestellung von Materialien und die Umsetzung in dreidimensionale Zeichnungen am PC gehören dabei zu seinen Aufgaben. Im Vorfeld sind bezüglich Licht, Stromversorgung, Aussehen des Standes usw. diverse Absprachen mit den Kollegen und Kunden notwendig, die in der gesamten Planungsphase zu berücksichtigen sind. Dabei war die Kommunikation über die Lautsprache mit den Kollegen und Kunden nur eingeschränkt (schriftlich z. B. per E-Mail und zeichnerisch) möglich.

Arbeitsorganisation:

Die Arbeitskollegen und der Bauzeichner nahmen an einem sog. Kollegenseminar beim Integrationsamt teil. Durch das Kollegenseminar wird das gegenseitige Verständnis zwischen hörenden und nichthörenden Kollegen gefördert. Bei wichtigen Arbeitsbesprechungen und Verhandlungsgesprächen mit Kunden wird zur Übersetzung ein Gebärdendolmetscher einbezogen. Für Telefonate nutzt der Bauzeichner den Dienstleister Tess, der mit seinen Angeboten und Dolmetschern barrierefreies Telefonieren zwischen hörenden und gehörlosen Menschen ermöglicht. Der Mitarbeiter hat dazu eine Zugangssoftware für das Tess-Angebot TeSign zur Kommunikation über die Gebärdensprache mit dem Dolmetscher auf seinem Laptop installiert. Er ruft über die Zugangssoftware in Verbindung mit dem Internet und einer Web-Kamera bzw. einer Videoverbindung bei TeSign einen Gebärdensprachdolmetscher an. Der Gebärdensprachdolmetscher stellt eine Telefonverbindung zu dem gewünschten hörenden Gesprächspartner (Kunden oder Kollegen vor Ort auf der Messe) her und übersetzt die Gebärden des Mitarbeiters in Sprache. Die vom hörenden Gesprächspartner in Sprache formulierten Inhalte werden umgekehrt vom Dolmetscher in Gebärden übersetzt.
In REHADAT finden Sie auch die Dienstleister Tess sowie telesign, die eine Kommunikation über das Telefon zwischen hörenden und gehörlosen Menschen ermöglichen. Außerdem noch die Kontaktdaten von Gebärdensprachdolmetschern, die für Sie beispielsweise vor Ort übersetzen.

Förderung und Mitwirkung:

Der Mitarbeiter nahm Kontakt zu einem Integrationsfachdienst für hörgeschädigte Menschen auf. Dieser informierte den Arbeitgeber und den Mitarbeiter über die Möglichkeiten einen Gebärdensprachdolmetscher vor Ort und den Dienstleister Tess zum Telefonieren einzusetzen. Der Einsatz des Gebärdensprachdolmetschers vor Ort und von Tess werden vom Integrationsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Integrationsämter und Integrationsämter.



Link:

Portal VIBELLE mit Anbietern von Kollegenseminaren zur Förderung und Verbessrung des Verständnisses zwischen hörenden und nichthörenden Kollegen



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Referenznummer:

Pb/110837



Informationsstand: 05.09.2016