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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsgestaltung für einen Bauzeichner mit Gehörlosigkeit bei einem Messebau-Unternehmen

Arbeitgeber:

Das Unternehmen plant und baut Stände für Messen und Ausstellungen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist von Geburt an gehörlos und nicht fähig akustische Informationen, z. B. Lautsprache und Signale, wahrzunehmen. Behinderungsbedingt müssen deshalb hörbare Informationen so verändert werden, dass sie von dem Mann optisch oder taktil wahrgenommen werden können.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Bauzeichner und arbeitet als Standplaner beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mitarbeiter ist zuständig für die Zeichnungserstellung von Messeständen, die nach Wünschen der Kundschaft erstellt werden. Die Planung, Kalkulation sowie Bestellung von Materialien und die Umsetzung in dreidimensionale Zeichnungen am PC gehören dabei zu seinen Aufgaben. Im Vorfeld sind bezüglich Licht, Stromversorgung, Aussehen des Standes usw. diverse Absprachen mit den Kolleginnen bzw. Kollegen und der Kundschaft notwendig, die in der gesamten Planungsphase zu berücksichtigen sind. Dabei war die Kommunikation über die Lautsprache nur eingeschränkt (schriftlich z. B. per E-Mail und zeichnerisch) möglich.

Arbeitsorganisation:

Die Kolleginnen bzw. Kollegen und der Bauzeichner nahmen an einem Seminar für berufstätige gehörlose Menschen und hörende Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen bzw. sog. Kollegenseminar beim Integrations- bzw. Inklusionsamt teil. Durch das Kollegenseminar wird das gegenseitige Verständnis zwischen hörenden und nichthörenden Beschäftigten in einem Unternehmen verbessert. Bei wichtigen Arbeitsbesprechungen und Verhandlungsgesprächen mit der Kundschaft wird zur Übersetzung eine gebärdensprachdolmetschende Person einbezogen. Für Telefonate nutzt der Bauzeichner das dienstleistende Unternehmen Tess, das mit seinen Angeboten und Dolmetscherinnen bzw. Dolmetschern barrierefreies Telefonieren zwischen hörenden und gehörlosen Menschen ermöglicht. Der Mitarbeiter hat dazu eine Zugangssoftware für das Tess-Angebot TeSign zur Kommunikation über die Gebärdensprache mit den Gebärdensprachdolmetscherinnen bzw. Gebärdensprachdolmetschern auf seinem Laptop installiert. Er ruft über die Zugangssoftware in Verbindung mit dem Internet und einer Web-Kamera bzw. einer Videoverbindung bei TeSign eine Gebärdensprachdolmetscherin oder einen Gebärdensprachdolmetscher an. Diese stellen eine Telefonverbindung zu der gewünschten hörenden Gesprächsperson (Kundschaft oder Kollegin bzw. Kollege vor Ort auf der Messe) her und übersetzten die Gebärden des Mitarbeiters in Sprache. Die vom der hörenden Gesprächsperson in Sprache formulierten Inhalte werden umgekehrt von der Dolmetscherin oder dem Dolmetscher in Gebärden übersetzt.

Förderung und Mitwirkung:

Der Mitarbeiter nahm Kontakt zu einem Integrationsfachdienst auf. Dieser informierte den Arbeitgeber und den Mitarbeiter über die Möglichkeiten eine gebärdensprachdolmetschende Person vor Ort und das dienstleistende Unternehmen Tess zum Telefonieren einzusetzen. Der Einsatz der gebärdensprachdolmetschenden Person vor Ort und von Tess werden vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.- Nummer der Integrations- bzw. Inklusionsämter und Integrationsfachdienste.
In REHADAT finden Sie außerdem auch dienstleistende Unternehmen wie Tess und telesign, die eine Kommunikation über das Telefon zwischen hörenden und gehörlosen Menschen ermöglichen. Außerdem noch die Kontaktdaten von Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetschern, die für Sie beispielsweise vor Ort übersetzen.



Link:

Portal VIBELLE mit Anbietern von Kollegenseminaren zur Förderung und Verbessrung des Verständnisses zwischen hörenden und nichthörenden Kollegen



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Referenznummer:

Pb/110837



Informationsstand: 02.12.2019