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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsgestaltung für einen Produktionshelfer

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber stellt mit seinen weltweit 5.500 Beschäftigten Sanitärprodukte her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Wirbelsäulen- und Magenerkrankung. Laut Empfehlung der behandelnden Ärzte und der Reha-Klinik sollte er nicht für Tätigkeiten eingesetzt werden, bei denen Lasten über 10 kg manuell gehoben bzw. transportiert werden müssen und bestimmte Körperhaltungen (häufiges Bücken, langes Sitzen, Überkopfarbeit und Armvorhalten) erforderlich sind. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 60.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann arbeitet seit vielen Jahren als angelernter Produktionshelfer im Schichtbetrieb beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation (Istzustand):

Vor seiner Erkrankung wurde der Mitarbeiter in verschieden Abteilungen (z. B.: Gießerei und Nacharbeit) eingesetzt. Die dort überwiegend schweren körperlichen Tätigkeiten kann er nicht mehr ausführen. Nach seiner Entlassung aus der Reha-Klinik wurde er an einen Montagearbeitsplatz in den Produktionsbereich versetzt. Er soll dort Bauelemente von Duschen montieren. Für die Montage müssen die Bauteile auf den Arbeitstisch getragen und nach Beendigung wieder auf Paletten gestapelt werden, was jeweils 50 Hebe- und Tragevorgänge mit einem Gewicht von bis zu ca. 20 kg erforderlich macht.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation (Sollzustand):

Über dem Montagearbeitsplatz wurde ein Deckenlaufkran mit elektromotorischem Kettenzug und Lastenaufnahmemittel installiert. Mit Hilfe des Krans kann der Mitarbeiter die Bauteile von den Paletten auf einen elektromotorisch höhenverstellbaren Montagetisch absetzen. Nach dem Absetzen der Bauteile auf dem Montagetisch kann er die Höhe individuell einstellen und die Bauteile in einer ergonomischen Arbeitshaltung montieren. Die fertig montierten Bauteile werden anschließend wieder mit dem Kran auf eine Palette gestapelt. Der Deckenlaufkran ist an einer 9 m langen Schiene befestigt, die Spielraum für einen weiteren Arbeitsplatz zulässt. Zur Vermeidung erhöhter Belastungen und Erschöpfungen durch langes Stehen, wurden Matten am Arbeitsplatz bzw. auf dem Boden ausgelegt.
Durch die Versetzung und den Einsatz der Hilfsmittel konnten die körperlichen Belastungen erheblich reduziert und so die Weiterbeschäftigung des Mitarbeiters im Unternehmen erreicht werden.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert - dabei entstand für den Arbeitgeber kein wirtschaftlicher Vorteil. Durch den Einsatz des Krans könnte ein weiterer Mitarbeiter bzw. eine weitere Mitarbeiterin mit einer Behinderung an einem zweiten Montagearbeitsplatz eingesetzt werden. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • Umgebungseinflüsse, Sicherheit und Belastungen /
  • Versetzung /
  • Vollzeitarbeit /
  • Wirbelsäule

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • ERGOS - Bücken /
  • ERGOS - Sitzen /
  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Geneigt/Gebückt /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten) /
  • IMBA - Schichtarbeit /
  • IMBA - Sitzen /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

Pb/110924



Informationsstand: 19.02.2020