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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Praxisbeispiel

Gründung einer produktionsnahen Inklusionsabteilung

Arbeitgeber:

Die Ford-Werke haben seit 1930 ihren Stammsitz in Köln. Die europäische Zentrale des Unternehmens befindet sich seit 1998 ebenfalls in Köln, wo neben der Hauptverwaltung auch noch die Fahrzeugfertigung des Ford Fiesta und die 1-Liter-EcoBoost-Motorenfertigung, das Entwicklungszentrum und das europäische Ersatzteillager ansässig sind. Die Ford-Werke beschäftigen in Köln mehr als 18.000 und in Deutschland rund 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus mehr als 50 Nationen. In Europa beschäftigt Ford rund 53.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, inklusive der Joint Ventures 67.000. Das Unternehmen fertigt in 24 Produktionsstätten in Europa - zum Teil mit Joint-Venture-Kooperationen - Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Motoren und Getriebe.

Ausgangssituation:

In der Vergangenheit wurden nötige Nacharbeiten für Produktionsmaterialien der Endmontage in der Eingangsinspektion festgestellt und dann von externen Lieferfirmen vorgenommen.
Da der Arbeitgeber bzw. Bereich Disability Management immer auf der Suche nach leichten bzw. belastungsärmeren produktionsnahen Arbeitsplätzen ist, um schwerbehinderte oder leistungsgewandelte Beschäftigte leistungsgerecht einzusetzen, lag der Gedanke nahe, das Insourcing dieser Tätigkeit zu prüfen.
Leichte Tätigkeiten sollten so wieder ins Unternehmen geholt werden, um hierdurch die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten und vorhandene Potenziale zu nutzen.

Ziel:
Tätigkeiten der Nacharbeit Eingangsinspektion / Bearbeitung von externen Transportschäden sollen ins Unternehmen geholt werden, um leistungsgewandelten oder / und schwerbehinderten Beschäftigten einen adäquaten Arbeitsplatz anbieten zu können. Dieser Arbeitsplatz soll sowohl wertschätzend als auch wertschöpfend sein, mit Möglichkeit der Reintegration in den ursprünglichen Arbeitsbereich.

Vorteile für die Beschäftigten (schwerbehindert oder leistungsgewandelt):
- wertschätzender Einsatz
- Arbeitsplatzsicherung schwerbehinderter Menschen
- Förderung der Motivation durch den Arbeitseinsatz
- gesteigerte Identifikation mit der Unternehmenskultur
- Stärkung des Vertrauens in ein verantwortungsbewusstes und sozial engagiertes Unternehmen
- Schaffen von Akzeptanz und Anerkennung durch Kollegen
- Gesunderhaltung der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers

Vorteile für den Arbeitgeber:
- Reduzierung von Fremdleistung
- Optimierter Einsatz der Beschäftigten (Reduzierung von Fehlzeiten von nicht adäquat eingesetzten Beschäftigten)
- Verbesserung der Wirtschaftlichkeit
- Zunahme der Arbeitszufriedenheit durch individuelle Betreuung
- Erhalt von erfahrenen Beschäftigten und Wissensträgerinnen bzw. Wissensträgern

Inklusionsabteilung - Umsetzung:

Arbeitsorganisation:
- Drei-Schicht-Betrieb
- ein Meister in der Frühschicht
- 20 Beschäftigte
- acht permanente Einsätze
- zwölf temporäre Einsätze
- keine taktgebundene Tätigkeit

Arbeitsgestaltung (Bild 2):
- produktionsnahe Arbeitsplätze in Sichtweite der Linie
- höhenverstellbare Arbeitstische
- ergonomische Stühle
- Sehhilfen
- Scherenhubwagen
- geeignete Beleuchtung

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:
Arbeitstische, Bürotische, Stehpulte
Arbeits- und Bürostühle
Beleuchtungseinrichtungen
Hebe- und Positionierungssysteme

Förderung und Mitwirkung:

Die Koordination der Maßnahme zur Inklusion im Unternehmen erfolgte durch die Abteilung Disability Management. Die eingesetzten Hilfsmittel zur behinderungsgerechten Gestaltung wurden vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert.
Weiterhin ist die Förderung von Inklusionsabteilungen, die nach dem SGB IX zu den Inklusionsbetrieben zählen, ein besonderes Förderinstrument des Integrations- bzw. Inklusionsamtes zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Schwerbehinderung in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes.
Inklusionsabteilungen haben innerhalb eines Wirtschaftsunternehmens einen besonderen sozialen Auftrag:
- reguläre Beschäftigung,
- Qualifizierung und
- Vermittlung von schwerbehinderten / leistungsgewandelten Menschen
- Inklusionsabteilungen besetzen 30 bis 50 Prozent der Arbeitsplätze mit Menschen mit einer Schwerbehinderung.
In REHADAT finden Sie auch die Kontaktdaten der Integrations- bzw. Inklusionsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

  • Arbeitgeber /
  • Arbeitnehmer /
  • Arbeitsaufgabe /
  • Arbeitsplatzgestaltung /
  • Arbeitszeit /
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  • Körperhaltung und Körperteilbewegung /
  • Reparatur /
  • Schichtarbeit /
  • Talentplus /
  • Teilhabe /
  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Umgebungseinflüsse, Sicherheit und Belastungen /
  • Vollzeitarbeit

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Schichtarbeit /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

Pb/110932



Informationsstand: 13.02.2020