Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Versetzung eines Mitarbeiters mit Sehbehinderung aus der Arbeitsvorbereitung in die Produktion

Arbeitgeber:

Das mittelständische Unternehmen stellt Schrauben und Muttern her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist sehbehindert und sein Sehraum ist eingeschränkt, da er nur noch mit dem linken Auge sehen kann. Er kann deshalb optische Informationen nur eingeschränkt wahrnehmen.

Ausbildung und Beruf:

Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann arbeitet seit einigen Jahren als technischer Angestellter in der Arbeitsvorbereitung beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

In der Arbeitsvorbereitung für die Produktion übte der Mitarbeiter hauptsächlich Tätigkeiten an einem Bildschirmarbeitsplatz im Büro aus. Die ständige Beobachtung des Bildschirms belastete ihn durch Ermüdungserscheinungen mit Konzentrationsschwierigkeiten und nachlassender qualitativer sowie quantitativer Arbeitsleistung in so hohem Maße, dass eine Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz erforderlich wurde.
Da der Arbeitgeber in der Produktion einen weiteren Prüfautomaten zur maschinellen, vollautomatischen Kontrolle der hochwertigen Schrauben angeschafft hat, welcher mindestens 2-schichtig betrieben werden soll, ergibt sich die Möglichkeit den Mitarbeiter mit seiner Zustimmung an diesen Arbeitsplatz zu versetzten. Er soll hier an dem neuen und gut beleuchteten Prüfautomaten mit einem weiteren Kollegen mit einer Schwerbehinderung in Wechselschicht arbeiten. Der Prüfautomat wird von dem Mitarbeiter, nach Einarbeitung, mittels Gabelstapler, über eine Förder- bzw. Schüttelrinne und Zuführgerät, beschickt. Gut- und Schlechtteile werden in getrennte Behälter ausgeworfen, die per Gabelhubwagen vom Mitarbeiter abtransportiert werden können. Hebe- und Tragearbeiten sowie besondere Anforderungen an das Sehvermögen fallen nicht an.
Neben der Beschickung und dem Abtransport, besteht die Aufgabe des Mitarbeiters auch darin den Prüfautomaten zu überwachen. Dies kann nach Wahl in stehender oder sitzender Körperhaltung erfolgen - ein entsprechender ergonomischer Arbeitsstuhl wird dazu bereitgestellt.

Arbeitsschutz:

Der Mitarbeiter ist nach dem Ergebnis der arbeitsmedizinischen Untersuchung in der Lage Flurförderzeuge, wie Gabelstapler und Gabelhubwagen, zu nutzen.

Förderung und Mitwirkung:

Die Maßnahme wurde vom Integrationsamt begleitet und durch eine teilweise Übernahme der Kosten für den Prüfautomaten gefördert, um eine Weiterbeschäftigung auf einem geeigneten Arbeitsplatz zu ermöglichen. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • ERGOS - Sehen /
  • IMBA - Arbeitssicherheit /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Schichtarbeit /
  • IMBA - Sehen /
  • IMBA - Sehen (Gesichtsfeld/Räumliches Sehen)


Referenznummer:

R/PB1341



Informationsstand: 04.06.2018