Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung und Schulung für eine Buchhalterin mit einer Sehbehinderung

Arbeitgeber:

Die Frau ist bei einer Steuerberatungsfirma mit 24 Mitarbeitern beschäftigt. Das Dienstleistungsangebot erstreckt sich auf Steuerberatung, Mandantenbuchhaltung und Wirtschaftsprüfung. Die verschiedenen Abteilungen haben fest zugeordnete Mandanten, für die innerhalb der Abteilungen alle genannten Dienstleistungen durchgeführt werden. Dies hat einen sehr umfangreich einsetzbaren Mitarbeiterstamm zur Vorbedingung. Obwohl diese Organisationsform bei Betrieben dieser Art und Größenordnung die Ausnahme darstellt, will der Arbeitgeber an dieser Unternehmensstrategie festhalten. Die Philosophie des Unternehmens ist auf eine gezielte Kundenberatung ausgerichtet. Zwischen Berater und Kunden soll ein festes Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, der Mandant soll nicht mehrere, sondern nur einen Ansprechpartner haben.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiterin:

Die Frau ist hochgradig sehbehindert und verfügt nur noch über einen geringen Sehrest. Sie kann optische Informationen nur sehr eingeschränkt wahrnehmen. Große Mengen an Informationen (Daten, Texte usw.) sollten ihr deshalb über die Brailleschrift zugänglich gemacht werden.

Ausbildung und Beruf:

Die Frau absolvierte eine Ausbildung zur Buchhalterin und bildete sich nach ein paar Jahren weiter zur Bilanzbuchhalterin. Die Bilanzbuchhalterin wurde über die Arbeitsagentur an ein Berufsförderungswerk (BFW) vermittelt, wo sie die Brailleschrift und den Umgang mit Hilfstechnologien für sehbehinderte und blinde Menschen zur Bildschirmarbeit erlernte. Nach der Schulung im BFW kehrte sie wieder an ihren alten Arbeitsplatz beim Arbeitgeber zurück.
In REHADAT finden Sie auch Ausbildungseinrichtungen für sehbehinderte Menschen.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Zu den Aufgaben der Bilanzbuchhalterin gehören das Erstellen von Steuererklärungen, die Aufstellung von Bilanzen und die Mandanten-Buchführung. Sie arbeitet dazu an einem Bildschirmarbeitsplatz mit der entsprechenden Software (Buchführung usw.). Sie verfügt zwar noch über einen sehr geringen Sehrest, der es ihr ermöglicht Schwarzschrift im Großformat zu erkennen, jedoch nicht mehr im erforderlichen Umfang und über die Dauer eines normalen Arbeitstages. Damit die Bilanzbuchhalterin auch weiter selbständig und wirtschaftlich arbeiten kann, musste ihr Bildschirmarbeitsplatz bzw. PC nach der Schulung im BFW mit:
- einem Großbildschirm,
- einer Vergrößerungssoftware,
- einem Bildschirmlesegerät mit Kreuztisch zur Erfassung und vergrößerten Anzeige von Schriftgut in Schwarzschrift (handschriftlichen Notizen, Belege, Briefe usw.) auf dem Großbildschirm,
- einer Braillezeile mit 80 Zeichen und einem Screenreader zur Ausgabe der optischen Bildschirminhalte in Brailleschrift,
- einem Brailledrucker, der es ermöglicht Belege entsprechend für sie lesbar zu dokumentieren,
- einer Lärmschutzhaube für den Brailledrucker zur Verringerung des erhöhten Drucklärms und
- einem Tisch für den Brailledrucker
ausgestattet werden.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die Schulung im BFW und die behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung wurden von der Arbeitsagentur gefördert, da die Mitarbeiterin vor zwei Jahren vom Arbeitgeber eingestellt wurde und die Arbeitsagentur deshalb weiter (bis zu drei Jahren) zuständig war. Die Beratung erfolgte dabei durch den Technischen Beratungsdienst (TBD) der Arbeitsagentur.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Arbeitsagenturen.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • Teilhabe /
  • Teilhabe am Arbeitsleben /
  • Vergrößerung /
  • Vergrößerungssoftware /
  • Vollzeitarbeit

  • ERGOS - Sehen /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Lesen /
  • IMBA - Schall/Lärm /
  • IMBA - Schreiben /
  • IMBA - Sehen /
  • MELBA - Lesen /
  • MELBA - Schreiben


Referenznummer:

R/PB1649



Informationsstand: 15.05.2018