Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsgestaltung für einen Produktionshelfer mit Gehörlosigkeit in der Metallverarbeitung

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt Zulieferteile aus Metall für die Büromaschinen- und Elektronikindustrie her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist gehörlos und hat Sprachstörungen. Er ist nur sehr eingeschränkt fähig über die Lautsprache zu kommunizieren und nicht fähig akustische Informationen, z. B. Lautsprache und Signale, wahrzunehmen. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis trägt das Merkzeichen RF.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann hat den Beruf des Schreiners in einem Berufsbildungswerk (BBW) für hör- und sprachbehinderte Menschen erlernt. Er wurde bei seinem Arbeitgeber neu als Produktionshelfer bzw. Maschinenbediener für den Schichtdienst eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe:

Der Mitarbeiter soll im Produktionsbereich ein modernes Blechbearbeitungszentrum zum Stanzen, Nibbeln, Umformen und Laserschneiden bedienen, welches mit einer automatischen Zuführ- und Entnahmeeinrichtung zum Beladen mit Blechtafeln und Rohplatinen und Entladen bearbeiteter Werkstücke ausgestattet ist.
Es ist vorgesehen, dass er anfänglich nur die Funktion der Anlage überwacht. Dies geschieht durch Beobachtung des Bearbeitungsprozesses und des Panels mit Display. Das Blechbearbeitungszentrum stellt dazu Störungen im Funktionsablauf auf dem Display dar. Bei dem Unternehmen arbeitet bereits ein gehörloser Mitarbeiter, so dass Erfahrungen im Umgang mit dieser Behinderung im Unternehmen vorliegen.
Nach einer angemessenen, mindestens einjährigen Einarbeitungs- und Einweisungszeit unter Einbeziehung der Betreuerin des Integrationsfachdienstes (IFD), die von Anfang in die Arbeitsplatzauswahl miteinbezogen wurde und einer Gebärdensprachdolmetscherin, soll der Mitarbeiter nach Möglichkeit auch das Einrichten und Programmieren der Anlage übernehmen. Hierzu ist es notwendig, dass entsprechende Kurse und Schulungen beim Maschinenhersteller besucht werden.

Förderung und Mitwirkung:

Die Anschaffung des Bearbeitungszentrums für den neuen Arbeitsplatz, wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zu einem Teil gefördert, da im Schichtdienst noch weitere nichtbehinderte Kollegen an der Maschine eingesetzt werden. Die Beratung erfolgte durch den Technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes. Der Arbeitgeber erhielt zusätzlich einen zweijährigen Lohnkostenzuschuss (1. Jahr 120 %, 2. Jahr 100 %) zur Unterstützung der Eingliederung von der Arbeitsagentur, da der schwerbehinderte Mitarbeiter vorher arbeitslos war. Die Arbeitsagentur förderte außerdem die Gebärdensprachdolmetscherin und den IFD.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nr. der Arbeitsagenturen, Integrations- bzw. Inklusionsämter, von Integrationsfachdiensten und Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetschern.



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Referenznummer:

R/PB4508



Informationsstand: 10.12.2018