Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen gehörlosen Tischler in einer Schreinerei

Arbeitgeber:

Die Schreinerei produziert mit ihren fünf Mitarbeitern Möbel und ist im Innenausbau von Gebäuden tätig.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann ist gehörlos und nutzt die Gebärdensprache zur Kommunikation. Er ist nicht fähig akustische Informationen wahrzunehmen. Hörbare Informationen (z. B. Sprache und Signale) müssen so verändert werden, dass sie von dem Mann optisch oder taktil wahrgenommen werden können. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 100. Der Schwerbehindertenausweis trägt das Merkzeichen RF.

Beruf:

Der arbeitslose Tischler wurde neu vom Arbeitgeber eingestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Tischler arbeitet im Werkstattbereich der Schreinerei. Er führt dort alle anfallenden Holzbearbeitungen aus. Diese Tätigkeit erfordert die Benutzung der vorhandenen Holzbearbeitungsmaschinen wie Fräsen, Dickenhobel, Plattensäge und Bandschleifmaschine.
Bei den im Allgemeinen sehr hochtourig laufenden Maschinen wird der Betriebszustand nicht optisch angezeigt. Der Mitarbeiter ist somit nicht in der Lage zu erkennen, ob sich die jeweilige Maschine in Betrieb befindet oder ausgeschaltet ist. Da er Laufgeräusche nicht wahrnehmen kann, ist es ihm ebenfalls nicht möglich festzustellen, ob die für den Betrieb der Maschine notwendige Späneabsauganlage eingeschaltet ist. Der Mitarbeiter ist deshalb einer erhöhten Unfall- und Gesundheitsgefährdung ausgesetzt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Zur Abwendung von Unfall- und Gesundheitsgefahren wurden die Maschinen mit einer optischen Betriebszustandsanzeige nachgerüstet. Ein rotes Licht zeigt an, dass die jeweilige Maschine eingeschaltet ist. Erst nach dem Auslaufen des Werkzeuges wird durch ein grünes Licht der Stillstand der Maschine signalisiert. Außerdem wird die Späneabsauganlage nun automatisch jeweils mit dem Einschalten einer Maschine in Betrieb gesetzt und auch wieder ausgeschaltet.

Arbeitsorganisation:

Die Kommunikation mit ihm im Unternehmen erfolgt über Notizen, Skizzen sowie Gesten und wie in der Fertigung üblich durch technische Zeichnungen. Bei Bedarf kann auch ein Gebärdendolmetscher einbezogen werden, der entsprechend zum Termin bestellt werden muss.
In REHADAT finden Sie auch Gebärdensprachdolmetscher.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde vom Integrationsamt zu 80 % gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst. Der Arbeitgeber erhielt außerdem von der Arbeitsagentur einen monatlichen Lohnkostenzuschuss als Eingliederungshilfe.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der fördernden Einrichtungen bzw. der Arbeitsagenturen und Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • ERGOS - Hören /
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  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Gestik/Mimik /
  • IMBA - Hören /
  • IMBA - Unfallgefährdung


Referenznummer:

R/PB4618



Informationsstand: 20.02.2017