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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen Krankenpfleger mit einer Rückenerkrankung und Schulter-Armsyndrom

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Rückenerkrankung und ein Schulter-Armsyndrom rechts. Er sollte deshalb nicht schwer heben und tragen. Außerdem hat er Bluthochdruck. Bedingt durch diese Behinderungen ist der Mann körperlich nur gering belastbar. Wegen der Rückenerkrankung sollte er auch bestimmte Körperhaltungen (z. B. das Bücken) bei der Ausübung seiner Tätigkeit vermeiden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Krankenpfleger und arbeitet seit vielen Jahren bei seinem Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Als Pfleger hat der Mitarbeiter ein weit reichendes Spektrum von Aufgaben und Arbeiten wahrzunehmen. Die Station ist mit 14 geistig schwerstbehinderten Patienten belegt. Eine selbstständige Körperpflege ist keinem Patienten möglich. Bei der Pflege und Betreuung dieser Patienten sind immer wieder größere Gewichte manuell zu heben. Diese Tätigkeiten werden zusätzlich oft in ungünstigen Körperhaltungen und unter schwierigsten Bedingungen, wie z. B. auf der Toilette oder im Badebereich, ausgeführt. Im Badebereich vergrößern sich die Belastungen noch, da die fest eingebauten Badewannen bei der Körperpflege der Patienten stark vorgebeugte Körperhaltungen vom Pflegepersonal erfordern. Hinzu kommt bei der Ausübung die erhöhte Raumtemperatur und die sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Aufgrund der Hygiene bzw. Inkontinenz ist für die Patienten ein tägliches Bad oder mehrmaliges Duschen erforderlich. Der Mitarbeiter ist Teil eines Teams, das aus sieben Pflegekräften besteht und im Drei-Schichtsystem arbeitet (jeweils drei Pfleger für die Früh-/ Spätschicht und ein Pfleger für die Nachtschicht). Bedingt durch die hohen körperlichen Belastungen kommt es zu großen Ausfallzeiten unter den Pflegern, so dass der Mitarbeiter oft die gesamten Arbeiten mit nur einem Kollegen ausführen muss. Ein Ausweichen auf andere Tätigkeiten ist nicht möglich.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Um dem schwerbehinderten Pfleger und seinen Kollegen die aufwändige Pflegearbeit zu erleichtern, musste der Badebereich der Station mit Hilfsmitteln ausgestattet werden. Dazu wurde eine Hubbadewanne eingesetzt, die auf die jeweils benötigte Höhe eingestellt werden kann, so dass der Pfleger sich beim Waschen der Patienten nicht mehr wie bisher stark vorbeugen muss, sondern in einer günstigen ergonomischen Körperhaltung arbeiten kann. Um das Heben der Patienten in die Wanne zu erleichtern, wurde ein Patientenlifter angeschafft. Durch den Einsatz der Hubbadewanne und des Patientenlifters konnten die körperlichen Anforderungen im Badebereich stark reduziert werden, so dass der schwerbehinderte Pfleger seine Tätigkeit auf Dauer weiter ausüben kann.

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Förderung:

Die behinderungsgerechte Gestaltung wurde von dem zuständigen Integrationsamt zu 80% gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.



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  • Zwangshaltung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • ERGOS - Bücken /
  • ERGOS - Reichen /
  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Armbewegungen /
  • IMBA - Geneigt/Gebückt /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten) /
  • IMBA - Schichtarbeit /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

R/PB4713



Informationsstand: 21.09.2009