Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Arbeitsplatzgestaltung für einen Sozialpädagogen mit Sehbehinderung in einer WfbM

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).
In REHADAT finden Sie auch Adressen zu und Literatur über Werkstätten für behinderte Menschen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Sehbehinderung. Behinderungsbedingt müssen optische Informationen zur besseren visuellen Wahrnehmung größer dargestellt werden.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Sozialpädagoge ist zuständig für die soziale und pädagogische Beratung und Betreuung von 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Werkstatt für behinderte Menschen. Er verwaltet und führt u. a. die Betreuungsakten der Mitarbeiter. Er ist dafür verantwortlich, dass jeder Mitarbeiter einen den Fähigkeiten und Wünschen entsprechenden Arbeitsplatz in der Werkstatt findet. Die Förderplanung liegt in seiner Hand, ebenso die Einleitung von arbeitsbegleitenden persönlichkeitsfördernden Maßnahmen für die Mitarbeiter.
Im Rahmen dieser Tätigkeiten sind u. a. Jahresberichte, Beurteilungen und Praktikantenberichte zu schreiben. Viele Informationen erreichen den Sozialpädagogen in handschriftlicher Form (handschriftlich ausgefüllte Formulare usw.). Durch die Sehbehinderung ist der Sozialpädagoge auf eine vergrößerte Darstellung von Informationen angewiesen, er benutzt dazu eine Lupe. Außerdem steht dem Sozialpädagogen eine Vorlesekraft als Arbeitsassistenz zur Verfügung.
Der Sozialpädagoge führt u. a. Hausbesuche und Behördengänge mit/für Mitarbeiter durch. Er führt Gespräche mit den Mitarbeitern vor Ort und/oder in seinem Büro. Wie er mitteilte, sei er zu 40-50% nicht in seinem Büro tätig. Außerdem berät der Sozialpädagoge auch die Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter der eigenen Werkstatt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Der Sozialpädagoge arbeitete bisher ohne PC Unterstützung in seinem Büro. Wie beschrieben wurde als Hilfsmittel eine Lupe genutzt. Dabei konnten zwar Schriftstücke gelesen werden, das Erstellen und Bearbeiten von Texten war aber weiterhin problematisch. Der Einsatz eines Computers mit einer entsprechenden Vergrößerungslösung kann ihm auch das Schreiben von Texten ermöglichen. Gemeinsam mit dem Sozialpädagogen und seiner Vorlesekraft wurde daher zur direkten Erprobung der Hilfsmittel die MiniCebit im Blindenverein besucht. Dort erprobte er eine Vergrößerungssoftware, an einem Großbildschirm, mit einer ca. dreifachen Vergrößerung bei einem normalen Sehabstand.
Der Sozialpädagoge arbeitete bisher an einem herkömmlichen Schreibtisch (Maße: 160x80x76 cm) mit zwei festen Unterschränken. Dieser muss gegen einen EDV-gerechten Arbeitstisch, der in der Tischtiefe (entsprechend dem Einsatz eines Großbildschirms) verlängert wurde, ausgetauscht werden. Zu einer solchen Ausstattung gehört auch ein Rollcontainer, um unmittelbar am Arbeitsplatz benötigte Materialien unterzubringen. Ein zweiter Tisch wird von der Vorlesekraft benötigt.
Der Sozialpädagoge benötigt zusätzlich eine EDV- bzw. Softwareschulung, da er über nur sehr geringe Kenntnisse auf diesem Gebiet verfügt.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:


Förderung und Mitwirkung:

Die behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung wurde vom Integrationsamt gefördert. Die Beratung erfolgte durch den Ingenieur-Fachdienst des Integrationsamtes - dem sog. Technischen Beratungsdienst.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • IMBA - Umstellung /
  • MELBA - Selbständigkeit /
  • MELBA - Umstellung


Referenznummer:

R/PB4813



Informationsstand: 15.05.2018