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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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  • Beispiel

Angaben zum Praxisbeispiel

Umbau einer Krankabine für einen beinamputierten und wirbelsäulenerkrankten Kranführer

Arbeitgeber:

Das Unternehmen stellt Profilbleche her.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Durch die Entkalkung der Wirbelsäule und nach einem operativ behandelten Bandscheibenvorfall kommt es bei dem Mann zu Rückenschmerzen bei bestimmten Körperhaltungen, z. B. beim längerem Sitzen. Die Amputation des linken Unterschenkels führt, trotz einer Prothese, zu Problemen beim Besteigen von Leitern.

Beruf:

Der Mann arbeitet in Wechselschicht als Kranführer beim Arbeitgeber.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Brückenkran befindet sich in der Werkhalle des Profilierzentrums und dient zur Einlagerung der hergestellten Trapezbleche und zum Beladen der Lastkraftwagen. Die Krankabine ist fest am Brückenkran installiert und kann über eine schmale senkrechte Steigleiter erreicht werden. Die Sichtmöglichkeit durch die teilweise nur halbhoch mit Sprossenfenstern verglasten Kanzelwände ist unzureichend. Um die zu transportierenden Lasten besser sehen zu können, muss der Kranführer aufstehen und sich gegen die Frontwand der Kabine lehnen. Trotz des Hinauslehnens aus dem Fenster ist die Beobachtung der bis zu 15 m langen und bis zu 20 m entfernten Blechpakete fast unmöglich. Oft muss daher mit Hilfe eines Kollegen am Boden auf Zuruf navigiert werden. Der vorhandene Arbeitssitz ist nicht schwingungsgedämpft und bietet nur eine geringe Höhenverstellmöglichkeit. Armauflagen zum Abstützen der Arme beim Betätigen der Bedienelemente sind nicht vorhanden. Der Beinfreiraum vor dem Arbeitssitz beträgt nur 25 cm, sodass die Kranführer ständig mit den Knien gegen die stählerne Kanzelwand stoßen.
Der Kranführer hat große Schwierigkeiten bei der Nutzung der Steigleiter und beim Einnehmen einer ergonomischen Sitzposition.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Zur behinderungsgerechten Gestaltung wurde am Brückenkran eine neue Panorama-Krankabine und am Ende einer Hallenwand eine Treppe mit breiten Trittflächen, Geländer und einer Zwischenplattform in der Treppenmitte installiert. Vom oberen Ende der Treppe gelangt man über einen Laufsteg, der am Brückenkran befestigt ist, zur Panorama-Krankabine. Diese ist über die gesamte Hallenbreite verfahrbar und dreiseitig vollverglast (auch Teilbereiche des Fußbodens). Die neue Panorama-Krankabine ist mit einem individuell anpassbaren, schwingungsgedämpften Arbeitssitz ausgestattet, der sich auf das jeweilige Körpergewicht des Kranführers einstellen lässt. An dem Sitz wurden höhenverstellbare Armlehnen und die Bedienelemente des Krans integriert. Durch eine Beinfreiheit von 50 cm wird eine ergonomische Sitzposition und ein Ausstrecken der Beine ermöglicht. Die zu transportierenden Lasten sind durch die verfahrbare Panorama-Krankabine nicht weit vom Kranführer entfernt und gut erkennbar.

Förderung:

Die Arbeitsplatzgestaltung wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adresse und Tel.-Nummer der Integrations- bzw. Inklusionsämter.



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  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal) /
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Sitzen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • EFL - Steigen (Leiter/Treppe) /
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne) /
  • EFL - Treppe steigen /
  • ERGOS - Bücken /
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  • ERGOS - Sitzen /
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  • ERGOS - Tragen /
  • ERGOS - Treppensteigen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
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  • IMBA - Arbeitszeit /
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  • IMBA - Geneigt/Gebückt /
  • IMBA - Heben /
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten) /
  • IMBA - Schichtarbeit /
  • IMBA - Sitzen /
  • IMBA - Stehen /
  • IMBA - Tragen /
  • IMBA - Vibration/Erschütterungen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

R/PBH003



Informationsstand: 03.02.2010