Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Urteil

Mobbing in Folge eines Arbeitsunfalls keine direkte Unfallfolge - Vorraussetzung zur haftungsbegründenden Kausalität

Gericht:

LSG Hessen 3. Senat


Aktenzeichen:

L 3 U 157/07


Urteil vom:

01.12.2009


Grundlage:

SGB VII § 8 Abs 1 S 2 / SGB VII § 9



Leitsatz:

1. Zeigt der Versicherte aufgrund von durch einen Arbeitsunfall erlittene Gesundheitsbeeinträchtigungen/Leistungseinschränkungen und ist deswegen dem Mobbing seiner Kollegen ausgesetzt, kommt eine Entschädigung von allein aufgrund des Mobbings als wesentlicher Ursache erlittenen psychischen Folgen nicht in Betracht, weil dieses als vom Wissen und Wollen natürlicher Personen getragenes Verhalten und damit selbständige Zwischenursache nicht im Rahmen der haftungsausfüllenden Kausalität dem Unfallereignis als Sekundärschaden, der sich aus dem Erstschaden entwickelt hat, zugerechnet werden kann.

2. Eine Anerkennung von Mobbing als Folgeunfall kommt ebenfalls nicht in Betracht, weil es sich hierbei nicht um ein punktuelles Ereignis handelt.

3. Eine Anerkennung und Entschädigung als Berufskrankheit oder Wie-BK nach § 9 Abs. 1 bzw. § 9 Abs. 2 SGB VII kommt mangels Listenbezeichnung bzw. erforderlicher BK-Reife in Betracht.

Fortsetzung/Langtext

Rechtsweg:

SG Wiesbaden Urteil vom 15.06.2007 - S 1 U 41/05



Quelle:

Sozialgerichtsbarkeit BRD
Rechtsprechungsdatenbank Hessen


Referenznummer:

R/R4831


Weitere Informationen

Themen:
  • Feststellungsverfahren /
  • Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)

Schlagworte:
  • Arbeitsunfall /
  • Berufskrankheit /
  • Diskriminierung /
  • Entschädigung /
  • Folgeschaden /
  • gesetzliche Unfallversicherung /
  • haftungsbegründende Kausalität /
  • Kausalität /
  • Minderung der Erwerbsfähigkeit /
  • Mobbing /
  • Psychische Erkrankung /
  • Rückenerkrankung /
  • Sozialgerichtsbarkeit /
  • Unfallfolge /
  • Unfallversicherung /
  • Urteil /
  • Wie-BK


Informationsstand: 02.03.2011

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