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Angaben zum Urteil

Schwerbehindertenrecht - Landesblindengeld Sachsen-Anhalt - faktische Blindheit - schwere zerebrale Schädigung - postapallisches Syndrom - Beeinträchtigung des Sehvermögens - Erkennen-Können - spezifische Sehstörung - Hörvermögen - Kommunikationsfähigkeit

Gericht:

LSG Sachsen-Anhalt 7. Senat


Aktenzeichen:

L 7 BL 3/11


Urteil vom:

27.08.2014


Grundlage:

BliGG ST § 1 Abs. 2 Nr. 2 vom 19.06.1992 / BliGG ST § 1 Abs. 1 / VersMedV Anlage Teil A Nr. 6 Buchst c



Leitsatz:

1. Ein Anspruch nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 LBliGG besteht auch bei faktischer Blindheit.

2. Bei cerebralen Schäden ist nicht maßgeblich, auf welchen Ursachen die Störung des Sehvermögens beruht und ob das Sehorgan (Auge, Sehbahn) selbst geschädigt ist. Die Anspruchsvoraussetzungen sind auch erfüllt, wenn keine bloße Benennungsstörung vorliegt und auch die Einschränkung des Sehvermögens deutlich stärker betroffen ist, als die Wahrnehmung in anderen Modalitäten (Sinneswahrnehmungen). Davon ist auszugehen, wenn das Sehvermögen des behinderten Menschen keine alltagspraktische Relevanz mehr hat, aber durch das noch vorhandene Hörvermögen eine - wenn auch sehr eingeschränkte - Kommunikation mit seiner Umwelt möglich ist.

Fortsetzung/Langtext

Rechtsweg:

SG Magdeburg Urteil vom 28.07.2011 - S 14 BL 25/07



Quelle:

Justiz Sachsen-Anhalt


Referenznummer:

R/R6539


Weitere Informationen

Themen:
  • Blindengeld /
  • Leistungen

Schlagworte:
  • Anspruch /
  • Blindengeld /
  • Blindheit /
  • Hörbehinderung /
  • Kommunikationsfähigkeit /
  • Landesblindengeld /
  • Leistung /
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  • Sehbehinderung /
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  • Urteil /
  • Wahrnehmung /
  • zerebrale Störung


Informationsstand: 04.11.2015

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