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Angaben zum Urteil

Kein Unfallversicherungsschutz bei Handynutzung im Straßenverkehr - Keine Anerkennung als Arbeitsunfall

Gericht:

SG Frankfurt 8. Kammer


Aktenzeichen:

S 8 U 207/16


Urteil vom:

18.10.2018


Grundlage:

SGB VII § 7 Abs. 1 / SGB VII § 8 Abs. 1 / SGB VII § 26 Abs. 1



Pressemitteilung:

des SG Frankfurt am Main (Nr. 2/18)

Das SG Frankfurt am Main hat einen Unfallversicherungsschutz bei Handynutzung im Straßenverkehr abgelehnt.

Die zum Zeitpunkt des Unfalls 56-jährige Klägerin war als Hausdame in einem großen Hotel in Frankfurt beschäftigt. Auf dem Heimweg vom Hotel wurde sie beim Überqueren eines unbeschrankten Bahnübergangs von einer Bahn erfasst. Sie erlitt dabei unter anderem Frakturen im Kopfbereich und eine Hirnblutung und befand sich deshalb in monatelanger stationärer Behandlung. Die Berufsgenossenschaft erhielt vom zuständigen Ordnungsamt Unterlagen zum Unfallhergang. In diesen waren die Auswertungen einer Videoaufzeichnung sowie Zeugenaussagen enthalten, aus denen sich jeweils ergab, dass die Klägerin zum Zeitpunkt des Unfalls mit dem Handy telefoniert hatte. Daraufhin lehnte es die Beklagte ab, den Unfall als Arbeitsunfall anzuerkennen.

Das Sozialgericht hat die gegen die Berufsgenossenschaft erhobene Klage abgewiesen. Zwar sei die Klägerin als Beschäftigte auf dem Heimweg grundsätzlich gesetzlich unfallversichert gewesen. Versichert sei allerdings nur die Tätigkeit des Nachhausegehens vom Arbeitsort, nicht jedoch auch das gleichzeitige Telefonieren mit dem Handy. Insofern liege eine sogenannte gemischte Tätigkeit vor in Form der gleichzeitigen Ausübung einer versicherten Verrichtung (Nachhausegehen) und einer unversicherten Verrichtung (Telefonieren). Ein Arbeitsunfall liege nur vor, wenn der Unfall und hierdurch der Gesundheitsschaden im Rechtssinne wesentlich durch die versicherte Tätigkeit verursacht worden sei. Dies wäre dann der Fall gewesen, wenn sich auf dem Heimweg ein allgemeines Wegerisiko verwirklicht hätte. Demgegenüber sei ein Arbeitsunfall abzulehnen, wenn eine unversicherte Tätigkeit wie hier die wesentliche Unfallursache sei. Durch das Telefonieren sei die Wahrnehmungsfähigkeit der Klägerin im Verkehr deutlich eingeschränkt gewesen. Das hierdurch begründete erhebliche Risiko habe maßgeblich zu dem Unfall geführt.

Fortsetzung/Langtext


Quelle:

Rechtsprechungsdatenbank Hessen


Referenznummer:

R/R7974


Weitere Informationen

Themen:
  • Leistungsträger /
  • Unfallversicherung

Schlagworte:
  • Anerkennung /
  • Arbeitsunfall /
  • Handy /
  • Sozialgerichtsbarkeit /
  • Straßenverkehr /
  • Unfallversicherung /
  • Urteil /
  • Versicherungsfall /
  • Versicherungsschutz /
  • Wahrnehmung /
  • Wegeunfall


Informationsstand: 01.03.2019

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