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Urteil
Unterhaltsgeld - Grenzgänger - Vorbezug von Arbeitslosengeld - notwendige Beiladung des Sozialhilfeträgers

Gericht:

LSG Saarbrücken 2. Senat


Aktenzeichen:

L 2 Ar 41/89


Urteil vom:

21.10.1991


Grundlage:

  • AFG § 46 ABS 1 S 1 |
  • SGB 10 § 102 Abs 1 |
  • SGG § 75 Abs 2 |
  • EWGV 1408/71 Art 12 Abs 1 S 1 |
  • EWGV 1408/71 Art 69 |
  • EWGV 1408/71 Art 71 Abs 1 Buchst a DBuchst ii |
  • SGB 10 § 107 |
  • SGB 10 §§ 102ff

Leitsatz:

1. Art 69 EWGV 1408/71 verbietet nicht die Zahlung von Arbeitslosengeld nach innerstaatlichem Recht an einen früheren Grenzgänger, wenn dieser zunächst vom früheren Wohnsitzstaat Leistungen gemäß Art 71 Abs 1 Buchst a DBuchst ii EWGV 1408/71 erhalten hat. Ob und in welcher Form eine Anrechnung dieser Leistungen gemäß Art 12 Abs 1 S 1 der EWGV 1408/71 erfolgt, bleibt offen.

2. Bei rechtswidriger Ablehnung von Arbeitslosengeld können die Voraussetzungen des § 46 Abs 1 S 1 Alt 2 AFG (Vorbezug von Arbeitslosengeld innerhalb der letzten 3 Jahre vor Beginn der Maßnahme auf Grund eines Anspruchs von einer Dauer von mindestens 156 Tagen) erfüllt sein.

3. Zur Auslegung von § 46 Abs 1 S 1 AFG bei Vorbezug von Arbeitslosengeld nach Art 71 Abs 1 Buchst a DBuchst ii, 69 EWGV 1408/71.

Orientierungssatz:

1. Der Tatbestand einer notwendigen Beiladung hinsichtlich des erstattungsberechtigten Leistungsträgers ist zu verneinen, wenn im Leistungsstreit nicht darüber zu entscheiden ist, wem der Leistungsanspruch bis zur Höhe des Erstattungsanspruchs (Sockelbetrag) zusteht, sondern nur über den Leistungsanspruch soweit dieser den Erstattungsanspruch übersteigt (Spitzenbetrag).

Rechtszug:

vorgehend SG Saarbrücken 1989-04-28 S 13 Ar 20/89

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KSRE041951406


Informationsstand: 09.03.1992