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Urteil
Krankentagegeldleistung durch die Unfallversicherung: Voraussetzung der Anordnung und Durchführung einer ärztlichen Behandlung

Gericht:

LG Frankfurt 18. Zivilkammer


Aktenzeichen:

2-18 O 200/97 | 2/18 O 200/97


Urteil vom:

12.12.1997


Grundlage:

  • AUB 1988 § 7 Abs 3

Orientierungssatz:

1. Gemäß AUB § 7 Abs 3 J: 1988 wird im Fall der Beeinträchtigung als Unfallfolge für die Dauer der
ärztlichen Behandlung Tagegeld gezahlt.

2. Eine ärztliche Behandlung in diesem Sinne liegt nicht vor, wenn ein Arzt dem Versicherten bei einer privaten Begegnung einen Rat erteilt. Ein solches Gespräch kann für den Patienten keine verbindlichen ärztlichen Anordnungen enthalten.

3. Wenn ein Arzt dem Versicherten nach der Ausheilung eines Unterarmbruchs intensive Übungen nach Anleitung
empfiehlt, verschreibt er damit keine Krankengymnastik unter medizinischer Aufsicht. Eine ärztliche Behandlung
ist in diesen Übungen nicht zu sehen, denn es handelt sich nicht mehr um unter ärztlicher Aufsicht
durchzuführende Rehabilitationsmaßnahmen, sondern nur um vom Patienten in eigener Regie auszuführende
Belastungssteigerungen.

Fundstelle:

RuS 1999, 168-169 (red. Leitsatz und Gründe)

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KORE514749900


Informationsstand: 09.08.1999