Berufsgenossenschaft (BG)

Die Berufs­genossenschaften sind – neben den Unfall­kassen – die Träger der gesetz­lichen Unfall­versicherung. Sie versichern Berufs­tätige gegen die Folgen von Arbeits­unfällen und Berufs­krankheiten und sind zuständig für die Verhütung von Unfällen, Berufs­krankheiten und arbeits­bedingten Gesundheits­gefahren. Die gesetz­liche Grund­lage der Unfall­versicherung ist das SGB VII. Die Berufs­genossen­schaften sind als gesetzlich vor­geschriebene Sozial­versicherung Körper­schaften des öffent­lichen Rechts mit Selbst­verwaltung.

Für Betriebe besteht die gesetz­liche Verpflichtung zur Mitgliedschaft in einer Berufs­genossenschaft, das heißt, jeder Unternehmer und jede Unternehmerin ist zahlendes Mitglied in der für den jeweiligen Gewerbe­zweig errichteten Berufs­genossenschaft (man unterscheidet zwischen den sogenannten gewerblichen Berufs­genossenschaften und den land­wirtschaft­lichen Berufs­genossen­schaften); alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind grundsätzlich unfallversichert.

Die Betriebe werden von den Berufs­genossen­schaften kontrolliert und beraten. Für Arbeiter­innen und Arbeiter sowie Angestellte des Öffentlichen Dienstes sind die Unfall­kassen und weitere Unfall­versicherungs­träger der öffentlichen Hand zuständig. Alle Träger der gesetzlichen Unfall­versicherung sind zugleich auch Rehabilitations­träger.

Aufgaben der Berufsgenossenschaften als Unfallversicherungsträger

Die Prävention ist dabei eine vorrangige gesetzliche Verpflichtung.

Die Berufsgenossenschaften erfüllen diese Aufgabe unter anderem durch

  • Unfallverhütungsvorschriften (UVV) über Einrichtungen, Anordnungen und Maßnahmen, die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu treffen haben, oder über arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und die Sicherstellung der Ersten Hilfe im Betrieb;
  • Beratung und Überwachung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sowie der Beschäftigten durch technische Aufsichtsbeamte;
  • Ausbildung, Aufklärung und Information – zum Beispiel die Aus- und Fortbildung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit, der Sicherheitsbeauftragten, der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, der Betriebsräte und Personalräte sowie der Schwerbehindertenvertretungen.

Organisation der Berufsgenossenschaften

Die gewerblichen Berufs­genossen­schaften und die Unfall­versicherungs­träger der öffentlichen Hand sind seit 1. Juni 2007 Mitglieder des neu gegründeten Spitzen­verbandes Deutsche Gesetzliche Unfall­versicherung (DGUV).

Die derzeit 25 gewerblichen Berufs­genossenschaften sind nach Branchen gegliedert. Die Unfall­versicherungs­träger der öffentlichen Hand gliedern sich in 13 Unfall­kassen, sechs Gemeinde­unfall­versicherungs­verbände und vier Landes­unfall­kassen im Landes- und kommunalen Bereich, sechs Feuerwehr-Unfallkassen sowie die Eisenbahn-­Unfall­kasse, die Unfall­kasse Post und Telekom sowie die Unfall­kasse des Bundes. Diese drei Träger sind bundesweit zuständig.

Sowohl bei den Berufs­genossen­schaften als auch bei den Unfall­versicherungs­trägern der öffentlichen Hand sind weitere Fusionen vereinbart bzw. beabsichtigt, so dass sich ihre Zahl weiter verringern wird. Auf den Internet­seiten der DGUV finden Sie die Adressen sämtlicher Unfall­versicherungs­träger.

(ml) 2017