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Urteil
Anspruch auf Krankengeld - Arbeitsunfähigkeit während der Reparatur einer Beinprothese

Gericht:

BSG 3. Senat


Aktenzeichen:

3 RK 26/70


Urteil vom:

23.11.1971


Grundlage:

  • RVO § 182 Abs 1 Nr 2 Fassung 1967-12-21

Leitsatz:

1. Krankheit iS des RVO § 182 liegt auch dann vor, wenn ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand allein Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat.

2. Auch im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung ist eine Bedingung ursächlich oder mitursächlich für den Erfolg, wenn sie im Verhältnis zu anderen Einzelbedingungen wegen ihrer besonderen Beziehung zum Erfolg dessen Eintritt wesentlich mitbewirkt hat. Die Krankheit eines Versicherten, dessen Beinprothese (Schienenhülsenapparat) wegen eines Defekts zur Reparatur gegeben werden mußte, ist wesentlich mitwirkende Ursache für seine Arbeitsunfähigkeit. Der Versicherte hat deshalb für die Reparaturzeit Anspruch auf Krankengeld.

Sonstiger Orientierungssatz:

1. Bei Arbeitsunfähigkeit besteht ein Anspruch auf Krankengeld schon oder noch, wenn der regelwidrige Körper- oder Geisteszustand keiner ärztlichen Behandlung (mehr) bedarf.

Fundstelle:

SozR Nr 48 zu § 182 RVO (LT1-2)
BSGE 33, 202-204 (LT1-2)
RegNr 4291
Breith 1972, 276 (LT1-2)
MDR 1972, 453 (LT1-2)
BKK 1972, 107 (LT1-2)
NJW 1972, 1157-1158 (LT1-2)
Praxis 1972, 322-323 (LT1-2)
FEVS 1972, 315-318 (LT1-2)
Die Leistungen 1972, 206-209 (ST1)
USK 71186 (LT1-2)
SsE IV/K18, 87-87b (LT1-2)
EzS 90/40

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KSRE052460217


Informationsstand: 01.03.1993