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Urteil
Stationäre Entgiftungsbehandlung eines Drogenabhängigen als medizinische Leistung zur Rehabilitation - Zuständigkeit des Rentenversicherungsträgers)

Gericht:

LSG München 14. Senat


Aktenzeichen:

L 14 An 126/97


Urteil vom:

04.12.1997


Grundlage:

  • RVO § 1237 |
  • RVO § 1236 Abs 1 S 1 |
  • SGB 6 § 15 |
  • SGB 6 § 13 Abs 2 Nr 1 |
  • SGB 6 § 13 Abs 2 Nr 2

Orientierungssatz:

1. In dem Fall der lückenlosen Abfolge von Entgiftung - auch wenn diese in einem Krankenhaus stattfindet - und Entwöhnung als unumgänglichem Bestandteil einer gesamtheitlich konzipierten sachgerechten und effektiven Rehabilitation von Alkohol- und Drogenabhängigen ist die einheitliche Zuständigkeit des Rentenversicherungsträgers für beide Behandlungsphasen und nicht eine teilweise Leistungspflicht der Krankenversicherung (Krankenbehandlung) gegeben.

2. Die auf die Umstände des Einzelfalles und auf die finale Wirkung der Entgiftung als notwendige Voraussetzung einer anschließenden Entwöhnung zum Zwecke der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit abstellende Rechtsprechung des 5. Senats des BSG (vgl BSG vom 15.11.1989 - 5 RJ 1/89 = BSGE 66, 84 = SozR 2200 § 1237 Nr 22 und BSG vom 16.11.1989 - 5 RJ 3/89 = BSGE 66, 87 = SozR 2200 § 1237 Nr 23) und ihr folgend des 13. Senats
(vgl BSG vom 23.4.1992 - 13/5 RJ 12/90 = SozR 3-2200 § 1236 Nr 3 und BSG vom 23. 4. 1992 - 13 RJ 25/91 = SozR 3-2200 § 1237 Nr 2) hat auch nach Inkrafttreten des SGB 6 weiterhin Gültigkeit und ist nicht überholt.

Rechtszug:

vorgehend SG Nürnberg 1996-08-20 S 3 An 240/95
anhängig BSG B 4 RA 27/98 R

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KSRE026040308


Informationsstand: 05.10.1998