Inhalt

Urteil
Lohnersatzfunktion des Übergangsgeldes und Krankengeldes - unterschiedliche Anspruchsvoraussetzungen nach § 19 und 20 BVG - Verursacherprinzip

Gericht:

BSG


Aktenzeichen:

9a RV 22/86


Urteil vom:

23.02.1987


Grundlage:

  • RVO § 183 Abs 6 |
  • BVG § 18c Abs 1 S 3 |
  • BVG § 20 |
  • BVG § 18c Abs 6 S 2 |
  • BVG § 19 |
  • BVG § 18c Abs 2 S 1 |
  • BVG § 16 Abs 1 Buchst a |
  • BVG § 16 Abs 2 |
  • RVO § 186 Abs 3

Orientierungssatz:

Lohnersatzfunktion des Übergangsgeldes und Krankengeldes - unterschiedliche Anspruchsvoraussetzungen nach § 19 und 20 BVG - Verursacherprinzip:

1. Das Übergangsgeld ist auf die Lohnersatzfunktion in Anlehnung an die Krankengeldregelung abgestellt (vgl BSG vom 25.6.1985 9a RV 29/84 = SozR 3100 § 20 Nr 4).

2. Die kostenmäßige Abwicklung nach § 20 BVG erstreckt sich auf die Fälle, in denen die Krankenkassen ausschließlich im Auftragsbereich des § 18c Abs 2 S 1 iVm Abs 1 S 3 BVG für die Versorgungsverwaltung tätig geworden sind, sie also allein die ihnen durch das BVG übertragenen Aufgaben erfüllt haben (vgl BSG vom 25.10.1978 9 RV 60/77 = SozR 3100 § 20 Nr 1 mwN). Im Gegensatz dazu ist § 19 BVG nur bei einer sogenannten Anspruchskonkurrenz, dh bei einer zusätzlich bestehenden eigenen gesetzlichen Verpflichtung der Krankenkassen zur Heilbehandlung nach der RVO, anwendbar.

3. Der Annahme, die streitige Leistung sei nach dem Verursacherprinzip abzuwickeln, ist nicht zu folgen. Zwar ist dieses Prinzip in der Kriegsopferversorgung allgemein anerkannt (vgl BSG vom 24.3.1977 10 RV 71/76 = SozR 3100 § 19 Nr 4). Indessen ist die Frage, wer letztlich mit den Kosten der Heilbehandlung belastet wird, nur dort zu stellen, wo zunächst mehrere Leistungsträger als leistungspflichtig in Betracht kommen. Bei einer derartigen Anspruchskonkurrenz, die allein § 19 BVG voraussetzt, gibt der kausale Bezug die Antwort darauf, wer die Kosten der Heilbehandlung endgültig trägt.

Fundstelle:

SozR 3100 § 16 Nr 4 (LT1)
RegNr 16758
BArbBl 1987, Nr 7/8, 58-59 (T)
Breith 1987, 866-870 (LT1)
USK 8783 (LT1)
KVRS A-2420/21 (LT1)

Rechtszug:

vorgehend SG Heilbronn 1985-06-20 S 8 V 1776/82
vorgehend LSG Stuttgart 1986-05-15 L 7 V 2638/85

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

JURIS-GmbH

Referenznummer:

KSRE017800119


Informationsstand: 01.03.1993