Inhalt

GKV-Hilfsmittelverzeichnis

Dieser Artikel wird gerade überarbeitet.

Das GKV-Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelverzeichnis wird vom GKV-Spitzenverband, dem Dachverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), erstellt. Darin sind Produkte gelistet, die prinzipiell unter die Leistungspflicht der Gesetzlichen Kranken- oder Pflegeversicherung fallen.

Im systematisch strukturierten Hilfsmittelverzeichnis (PG 01-33 & 99) ist das Pflegehilfsmittelverzeichnis (PG 50-54) der GKV integriert. Das GKV-Hilfsmittel- und Pflegehilfsmittelverzeichnis wird auf der Grundlage von § 139 SGB V erstellt und regelmäßig fortgeschrieben.

Das Verzeichnis ist in Produktgruppen, Produktuntergruppen und Produktarten unterteilt. Jede Produktgruppe enthält eine Gliederung und eine Definition mit leistungsrechtlichen Hinweisen und einer Aufzählung der Indikationen, die eine Versorgung rechtfertigen.

In den Produktuntergruppen werden Qualitätsmindestanforderungen veröffentlicht sowie Dienstleistungsanforderungen festgeschrieben (§ 139 SGB V). Diese sind in den Verträgen mit Leistungserbringern zu berücksichtigen (§ 127 SGB V). Zuletzt werden bei den Produktarten die Indikationen differenzierter aufgeführt.

Die zehnstellige Hilfsmittelnummer ordnet das einzelne Produkt in das Verzeichnis ein.

Sie ist wie folgt gegliedert:
XX Produktgruppe
XX Anwendungsort
XX Produktuntergruppe
XX Produktart
XX fortlaufende Nummerierung

Beim Antrag zur Versorgung mit Hilfsmitteln sollte der Krankenkasse, wenn möglich, eine Hilfsmittelnummer mit eingereicht werden. Es können auch die Kosten für Hilfsmittel ohne Hilfsmittelnummer übernommen werden, sofern diese im Einzelfall erforderlich sind. Das Hilfsmittel muss gemäß § 33 SGB V entweder den Erfolg einer Krankenbehandlung sichern, einer drohenden Behinderung vorbeugen oder eine Behinderung ausgleichen und darf kein allgemeiner Gebrauchsgegenstand sein.

Das GKV-Hilfsmittelverzeichnis dient lediglich zur Orientierung und ist keine verbindliche Positivliste. Folglich können auch darin nicht aufgeführte Hilfsmittel bei entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen unter die Leistungspflicht der Krankenkasse nach § 33 SGB V fallen. Es gibt viele Gerichtsurteile (siehe unten), die sich mit spezifischen Sachverhalten beschäftigen und bestätigen, dass ein Hilfsmittel nicht nur wegen einer fehlenden Hilfsmittelnummer abgelehnt werden darf.

Die Aufnahme von Produkten in das Hilfsmittelverzeichnis sowie die Änderungen an bestehenden Produkten erfolgen auf Antrag des Herstellers. Ausführliche Informationen zum Antragsverfahren für Hersteller­/­Vertreiber sowie produktspezifische Antragsformulare sind beim GKV-Spitzenverband erhältlich (siehe unten). Änderungen im Hilfsmittelverzeichnis werden regelmäßig im Bundesanzeiger bekanntgemacht.

Das GKV-Hilfsmittelverzeichnis kann bei REHADAT aufgerufen werden (siehe unten). Dieses Verzeichnis ist barrierefrei, responsive und bietet zusätzlich die Kontaktadressen von Anbietern der einzelnen Produkte an.

(Pe) 2021