Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

Gebärdensprachdolmetschen

Gebärden­sprach­dolmetscher­innen und -dolmetscher übersetzen die Gebärden­sprachen gehörloser Menschen. Gehörlose Menschen, die sich in ihrem persönlichen Umfeld vorwiegend in Gebärden­sprache verständigen, haben das Recht, im Umgang mit staatlichen Einrichtungen oder im Zusammenhang mit wichtigen Lebens­bereichen wie Gesundheit, Bildung und Arbeit, die Gebärden­sprache zu verwenden. Zum Beispiel bei Versammlungen im Betrieb, Besprechungen am Arbeitsplatz, Eltern­abenden, Aus- und Weiter­bildungen, Behörden, der Polizei, vor Gericht, bei Rechtsanwalts-, Notar-, Versicherungs-, Arztterminen, kulturellen oder politischen Veran­staltungen.

Kostenübernahme

Sowohl Arbeitnehmer­innen und Arbeitnehmer (Förderung durch das Integrations­amt) als auch Arbeit­geberinnen und Arbeitgeber (Förderung durch die Agentur für Arbeit) können Gebärden­sprach­dolmetscher­innen oder -dolmetscher bestellen. Für die Kosten­übernahme des Dolmetscher­einsatzes muss zuvor ein Antrag auf Kosten­übernahme beim zuständigen Leistungs­träger gestellt werden.

Rechtsgrundlagen zur Regelung von Dolmetscher­einsätzen

Der Einsatz von Dolmetscher­innen und Dolmetschern im öffentlichen Leben ist in unter­schiedlichen Gesetzen geregelt. Die Reihe dieser Gesetze lässt sich grob unterteilen in solche, die speziell die Belange von behinderten Menschen mit Behinderung zum Inhalt haben und in diesem Fall den Einsatz und die Bezahlung von Gebärden­sprachdol­metscherinnen und -dolmetschern regeln, und andere, die sich allgemein auf das Heranziehen und Entschädigen von Dolmetscherinnen und Dolmetschern beziehen. Beispiele finden sich im Artikel 3 des Grundgesetzes, § 186 Gerichts­verfassungsgesetz (GVG), in den Sozial­gesetzbüchern, dem Behinderten­gleichstellungs­gesetz (BGG) und in der Kommunikations­hilfeverordnung (KHV).

Rechtsgrundlagen

(ml) 2017