Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

Integrationsfachdienst (IFD)

Integrations­fachdienste (IFD) sind Dienste Dritter, die Menschen mit Behinderung bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz beraten und unterstützen. Daneben helfen sie, Probleme in bestehenden Arbeits­verhältnissen zu lösen, um Arbeits­plätze dauerhaft zu erhalten.

Durch unterschiedliche Strukturen in den Bundesländern unterscheiden sich die IFD in ihren Arbeitsfeldern, Zuständigkeiten und Rahmen­bedingungen sehr. Überwiegend werden IFD für schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte Menschen und insbesondere besonders betroffene schwer­behinderte Menschen aktiv – je nach Region werden aber auch behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen ohne anerkannte Schwer­behinderung betreut.

Beauftragung und Kooperation

Integrations­fachdienste (IFD) handeln im Auftrag der Integrations­ämter, Agenturen für Arbeit (ggf. auch der Jobcenter) oder Rehabilitations­träger, die für die Ausführung der jeweiligen Leistung verantwortlich bleiben. Die IFD arbeiten eng mit den jeweiligen Auftrag­geberinnen und Auftrag­gebern sowie mit der Arbeit­geberin oder dem Arbeit­geber, der betrieblichen Interessen­vertretung, Rehabilitations­einrichtungen und ggf. mit weiteren externen Stellen zusammen. Die Zusammenarbeit (Art, Umfang und Dauer des notwendigen Einsatzes und Entgelt) wird vertraglich geregelt.

Zielgruppen der IFD

Zielgruppen der IFD sind vor allem

Von einem besonderen Bedarf an arbeits­begleitender Betreuung ist insbesondere bei Menschen mit einer geistigen Behinderung oder seelischen Behinderung, aber auch solchen mit einer schweren Körper-, Sinnes- oder Mehr­fach­behinderung auszugehen. Die Unterstützung dieser Zielgruppen ist auch dann erforderlich, wenn weitere besondere vermittlungs­hemmende Umstände vorliegen, zum Beispiel Langzeit­arbeitslosigkeit, höheres Lebensalter, unzureichende Qualifikation oder Leistungs­minderung.

Aufgaben der IFD

Zu den Aufgaben der IFD gehören die Beratung und Unter­stützung sowohl der behinderten Menschen als auch der Arbeit­geberinnen und Arbeitgeber, beispielsweise:

  • Erarbeitung eines individuellen Fähigkeits-, Leistungs- und Interessen­profils der Klientinnen und Klienten (Profilmethode);
  • Erschließung geeigneter Arbeits­plätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt;
  • Vorbereitung der Klientinnen und Klienten auf den vorgesehenen Arbeits­platz;
  • Begleitung der Klientinnen und Klienten während der Einarbeitungsphase bis zu 6 Monate;
  • Begleitung/Coaching der Klientinnen und Klienten am Arbeitsplatz;
  • Aufklärung der Vorgesetzten sowie Kolleginnen und Kollegen im Arbeits­platz­umfeld über die Auswirkungen bestimmter Behinderungen und entsprechende Verhaltensempfehlungen;
  • Nach­betreuung, Krisen­intervention oder psychosoziale Betreuung;
  • Wieder­eingliederungs­maßnahmen nach längerer Krankheit;
  • Ansprechpartner für Arbeit­geberinnen und Arbeitgeber.

Die Integrations­fachdienste (IFD) sind gemäß ihrer Aufgaben­schwerpunkte häufig unterteilt in den Integrations­fachdienst – Vermittlung (IFD-V) und in den Integrations­fachdienst – Begleitung (IFD-B). In manchen Bundes­ländern aber werden IFD ausschließlich begleitend tätig. Einige IFD sind zusätzlich oder ausschließlich spezialisiert auf die Vermittlung und Berufs­begleitung von Menschen mit Sehbehinderung oder Hörbehinderung.

Organisationsstruktur der IFD

Integrations­fachdienste sind bundesweit eingerichtet, so dass in jedem Bezirk der Bundes­agentur für Arbeit mindestens ein solcher Dienst vorhanden ist. Durch eine entsprechende Formulierung im SGB IX (§ 185 Absatz 2 Nummer 4) ist gewährleistet, dass in Regionen, in denen dies für notwendig gehalten wird, auch vorhandene psycho­soziale Dienste freier Träger, die nur von den Integrations­ämtern beauftragt sind, weiter bestehen können. Begriff, Aufgaben, Beauftragung und Finanzierung der Integrations­fachdienste sind in § 185 und 192 ff. SGB IX und in der §§ 27a und 28 SchwbAV geregelt.

(ml) 2018