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Urteil
Heranziehung einmalig gezahlten Arbeitsentgeltes zu Sozialversicherungsbeiträgen

Gericht:

BVerfG


Aktenzeichen:

1 BvL 1/98 | 1 BvL 4/98 | 1 Bvl 15/99


Urteil vom:

24.05.2000


Grundlage:

  • GG Art. 3 Abs. 3
Aus dem Beschluss des BVerfG vom 24. Mai 2000 wird die Entscheidungsformel veröffentlicht:

1. Die Regelungen des

- § 23a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch, eingefügt durch Artikel 1 Nummer 2 des Gesetzes zur sozialrechtlichen Behandlung von einmalig gezahltem Arbeitsentgelt vom 12. Dezember 1996 ( Bundesgesetzblatt I Seite 1859)

- § 112 Absatz 1 Satz 2 des Arbeitsförderungsgesetzes in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente und zum Schutz der Solidargemeinschaft vor Leistungsmissbrauch vom 14. Dezember 1987 ( Bundesgesetzblatt I S. 2602),

- § 47 Absatz 2 Satz 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch, verkündet als Artikel 1 § 47 Absatz 2 Satz 1 des Gesetzes zur Strukturreform im Gesundheitswesen vom 20. Dezember 1988 (Bundesgesetzblatt I S. 2477),

- § 134 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch, verkündet als Artikel 1 § 134 Absatz 1 Satz 3 Nummer 1 des Gesetzes zur Reform der Arbeitsförderung vom 24. März 1997 (Bundesgesetzblatt I S. 594)

sind mit Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes unvereinbar, soweit danach einmalig gezahltes Arbeitsentgelt zu Sozialversicherungsbeiträgen herangezogen wird, ohne dass es bei der Berechnung sämtlicher beitragsfinanzierter Lohnersatzleistungen berücksichtigt wird.

2. § 23a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch kann bis zu einer gesetzlichen Neuregelung, längstens bis 30. Juni 2001, weiter angewendet werden.

3. Der Gesetzgeber hat durch geeignete Regelungen sicherzustellen, dass einmalig gezahlte Arbeitsentgelte bei den Lohnersatzleistungen berücksichtigt werden, über deren Gewährung für die Zeit ab dem 1. Januar 1997 noch nicht bestandskräftig entschieden worden ist.

Die vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Absatz 2 BVerfGG Gesetzeskraft.

Rechtsweg:

Es liegen keine Informationen zum Rechtsweg vor.

Quelle:

BGBl I S. 1082
Sozialrecht + Praxis 07/2000

Referenznummer:

R/R1426


Informationsstand: 08.09.2000