Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)

Die Minderung der Erwerbs­fähigkeit (MdE) ist Folge eines Arbeits- oder Wegeunfalls bzw. einer Berufs­krankheit. "Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)" ist ein Rechts­begriff aus dem Bereich der gesetzlichen Unfall­versicherung (SGB VII) (bis zum 21.12.2007 auch aus dem Bereich des sozialen Entschädi­gungs­rechts, siehe unten). Die MdE spielt für die Beurteilung des Anspruchs auf Leistungen der gesetzlichen Unfall­versicherung eine Rolle. Der Begriff ist abzugrenzen von den Rechts­begriffen Arbeits­unfähigkeit der gesetzlichen Kranken­versicherung, Erwerbs­minderung der gesetz­lichen Renten­versicherung und Grad der Behinderung (GdB) des Schwer­behinderten­rechts.

Voraussetzungen der MdE

Wenn (Unfall)versicherte nach einer berufs­genossen­schaftlichen Heil­behandlung und/oder nach Reha­bilitation­smaßnahmen nicht wieder unein­geschränkt am Erwerbs­leben teilnehmen können, zahlt die Berufs­genossen­schaft eine Berufs­krankheits- oder Verletzten­rente/Unfall­rente. Voraus­setzung dafür ist eine andauernde Minderung der Erwerbs­fähigkeit (MdE) von mindestens 20 Prozent durch einen Arbeitsunfall, einen Wege­unfall oder eine Berufs­krankheit.

Die MdE richtet sich danach, wie sehr das körper­liche und geistige Leistungs­vermögens einer oder eines Versicherten gemindert und damit die Arbeits­möglichkeiten einschränkt sind. Verglichen wird also die Arbeits­kraft/Leistungs­fähigkeit vor und nach dem Arbeits­unfall oder der Berufs­krankheit.

Der Grad der MdE wird in Prozent angegeben und mit Unter­stützung eines Arztes oder einer Ärztin eingeschätzt. Ist die Erwerbs­fähigkeit durch mehrere Versicherungs­fälle gemindert, wird die MdE für jeden Versicherungs­fall gesondert fest­gestellt, dement­sprechend werden mehrere Renten bezahlt (wobei aller­dings Prozent­sätze unter 10 nicht berücksichtigt werden).

MdE und GdS im sozialen Entschädigungsrecht

„Minderung der Erwerbs­fähigkeit (MdE)“ war (früher) auch ein Rechts­begriff im sozialen Ent­schädigungs­recht. Mit Inkraft­treten des „Gesetz zur Änderung des Bundes­versorgungs­gesetzes und anderer Vorschriften des Sozialen Ent­schädigungs­rechts“ am 21. Dezember 2007 hat der Begriff Grad der Schädigungs­folgen (GdS) den Begriff der MdE abgelöst.

(ml) 2017