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Praxisbeispiel
Arbeitsgestaltung für einen Elektriker

Wo lag die Herausforderung?

Behinderungsbedingt sollte der Mann schweres Heben sowie Tragen vermeiden. Für seinen Arbeitsplatz als Elektriker mussten entsprechende Anpassungen vorgenommen werden.

Was wurde gemacht?

Der Mann und ein weiterer schwerbehinderter Mitarbeiter wurden an einem neuen Arbeitsplatz eingesetzt. Der Arbeitsplatz wurde mit entsprechenden Hilfsmitteln ausgestattet und die beiden Männer arbeiten abwechselnd um sich gegenseitig zu entlasten. Die Hilfsmittel sorgen für einen beschwerdefreien Arbeitstag. Für die Bewegung der Materialbehälter mit den Roh- und Fertigteilen stehen motorbetriebene Hubwagen und Hebezeuge zur Verfügung.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Gestaltung der neuen Arbeitsplätze wurde vom Integrations- bzw. Inklusionsamt zu 13% gefördert. Die beiden Arbeitsplätze müssen jedoch für mindestens 8 Jahre mit schwerbehinderten Arbeitnehmern besetzt werden.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- bzw. Inklusionsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber betreibt mit seinen 50 Mitarbeitern ein metallverarbeitendes Unternehmen.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mitarbeiters:

Der Mann hat eine Herz-Kreislauferkrankung und eine Rückenerkrankung. Behinderungsbedingt sollte er nur sehr eingeschränkt für manuelle Hebe- und Tragarbeiten eingesetzt werden. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 50.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Elektriker und seit vielen Jahren beim Arbeitgeber beschäftigt.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Istzustand):

Der Mitarbeiter ist mit seiner Tätigkeit als Elektriker nicht ausgelastet und führt deshalb unterschiedliche Arbeiten im Bereich der Fertigung aus. Durch diese unterschiedlichen Tätigkeiten kommt es immer wieder zu hohen Arbeitsbelastungen (durch häufiges Heben, Tragen und Bücken), die behinderungsbedingt vermieden werden sollten.

Arbeitsplatz und Arbeitsaufgabe (Sollzustand):

Der Arbeitgeber plant den Elektriker und einen anderen schwerbehinderten Mitarbeiter an einem neuen Arbeitsplatz einzusetzen. Es soll dazu ein neuer Universal-Stanz- und Biegeautomat zur Herstellung von Griffen angeschafft werden. Da durch den Automateneinsatz sämtliche für die Fertigung erforderlichen Prozesse ausgeführt werden, wird es möglich einen Teil der ausgelagerten Fertigung bzw. Bearbeitung wieder in der Firma selbst durchzuführen.
Über eine Fördereinrichtung werden die zu verarbeitenden Teile automatisch der Maschine zugeführt. Von dem Maschinenbediener wird lediglich während der Produktion der Arbeitsablauf beobachtet, kleine Störungen beseitigt und stichprobenmäßige Maß- und Funktionskontrollen durchgeführt. Da am Automaten in zwei Schichten gearbeitet werden soll, bietet dies die Möglichkeit dort beide schwerbehinderten Mitarbeiter ohne große körperlichen Belastungen einzusetzen. Die Arbeiten an dem Automaten können sitzend oder stehend ausgeführt werden.
Für die Bewegung der Materialbehälter mit den Roh- und Fertigteilen stehen motorbetriebene Hubwagen und Hebezeuge zur Verfügung.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Heben (Boden zur Taillenhöhe/Taillen- zur Kopfhöhe/horizontal)
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Tragen (rechte, linke Hand/vorne)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - statisches/dynamisches Heben
  • ERGOS - Tragen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Heben
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Schichtarbeit
  • IMBA - Tragen

Referenznummer:

R/PB4727


Informationsstand: 09.01.2012