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Praxisbeispiel
Arbeits­platz­gestaltung für vier rückenerkrankte Mitarbeiter

Wo lag die Herausforderung?

Die Männer haben behinderungsbedingt Probleme beim Stehen, Bücken und Beugen. Bei einem der Männer liegt zusätzlich eine chronische Bronchitis vor, sodass er klimabedingte Belastungen vermeiden sollte. Dafür waren entsprechende Hilfsmittel nötig.

Was wurde gemacht?

Damit die Männer in einer ergonomischen Körperhaltungen arbeiten können, wurde ein neues und größeres Steuerhaus angeschafft und mit allen nötigen Hilfsmitteln ausgestattet. Dazu gehören eine Schallpegelminderung, eine spiegelfreie Rasterbeleuchtung, eine Klima- und Belüftungsanlage und ein behinderungsgerechten Sitz.

Schlagworte und weitere Informationen

Die Arbeitsplatzgestaltung wurde vom Integrationsamt zu 70% gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrationsämter.

Arbeitgeber:

Der Arbeitgeber ist ein Unternehmen der Stahlindustrie.

Behinderung und Funktionseinschränkung der Mitarbeiter:

Die vier Männer mit Schwerbehinderung haben eine Wirbelsäulenerkrankung, die zu Problemen beim Stehen, Bücken und Beugen führt. Bei einem Mann liegt zusätzlich eine chronische Bronchitis vor, so dass er nicht erhöhten Belastungen durch das Klima ausgesetzt werden sollte.

Beruf:

Die Männer sind beim Arbeitgeber als Produktionshelfer im Schichtbetrieb tätig.

Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung (Istzustand):

Die vier Mitarbeiter steuern und überwachen ein Profilwalzgerüst zur Stahlherstellung in Wechselschicht. Das 4 m hohe Steuerhaus bzw. der Steuerstand ist alt, klein (Maße 2,0x3,45x2,4 m) und 8 m vom Profilwalzgerüst entfernt. Die Anordnung der Bedienelemente des Steuerstandes entspricht nicht den heutigen ergonomischen Erkenntnissen. Die Schalter liegen zum Teil außerhalb des optimalen Greifraumes bei der sitzenden Tätigkeit, so dass die Mitarbeiter oft die Schalter stehend und mit vorgebeugtem Oberkörper bedienen müssen.
Die vorhandene Temperatur- und Belüftungsanlage ist für extreme Temperaturen im Winter wie im Sommer nicht ausgelegt, so dass die Tätigkeit nur sehr bedingt unter günstigen klimatischen Bedingungen ausgeführt werden kann.

Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung (Sollzustand):

Damit die Mitarbeiter die arbeiten am Steuerstand unter ergonomisch günstigen Bedingungen ausführen können, wurde ein neues und größeres Steuerhauses (Maße: 3,17x4,17x2,75 m) mit einer:
- um 6,3 qm größeren Grundfläche,
- Schall- und Wärmeisolierung mit einer Schallpegelminderung von 32 dB(A)
- spiegelfreien Rasterbeleuchtung
- Klima- und Belüftungsanlage
- übersichtlichen und ergonomischen Anordnung der Bedienelemente im Greifraum und
- einem hydraulisch gedämpften Sitz mit mechanischer Höhenverstellung
angeschafft.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Bücken
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitssicherheit
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Flüssigkeiten/Feststoffe
  • IMBA - Gase/Dämpfe/Stäube
  • IMBA - Geneigt/Gebückt
  • IMBA - Klima
  • IMBA - Licht
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Rumpfbewegungen (Bücken/Aufrichten)
  • IMBA - Schall/Lärm
  • IMBA - Schichtarbeit
  • IMBA - Stehen

Referenznummer:

R/PB1321


Informationsstand: 03.07.2009