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Dokumentart(en): Sammelwerksbeitrag
Telearbeit: Ländliches Bildungszentrum Wanzleben e.V. HORIZON-Projekt: Arbeitsmarktöffnung für Behinderte durch Telearbeit

In Teil 3: Selbstdarstellung von Projekten

Bibliographische Angaben

Obertitel:

Telearbeit für behinderte Menschen, Band 272

Autor/in:

k. A.

Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)

Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 2002, ISSN: 0174-4992

Jahr:

2002

Der Text ist von:
Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)

Den Text gibt es seit:
2002

Inhaltliche Angaben

Abstract:

Das steht in dem Text:

Vorstellung der Institution Die Einrichtung führt berufliche Erst- und Weiterbildungen in Bereichen wie Informations- und Kommunikationstechnik, Hotel- und Gastgewerbe sowie in kaufmännischen Tätigkeiten durch. Des Weiteren verfolgt sie die Aufgabe der Reintegration von Frauen, Behinderten und Sozialhilfeempfängern in den Arbeitsmarkt.

Projektinformation:
Laufzeit: 01.03.1999-28.02.2000, Dauer mit Vorbereitungsphase sechzehn Monate
Ziel: Qualifizierung von sechzehn Menschen mit schwerer Behinderung für Telearbeit, berufliche und soziale Integration in den Arbeitsmarkt, Schaffung von Strukturen zur Integration behinderter Telearbeitnehmer im Landkreis
Finanzierung: Das Projekt wurde im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative 'Beschäftigung - Aktionsbereich HORIZON' der Europäischen Union aus Mittel des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen Anhalt gefördert.

Projektbeschreibung:
Ziel des Projekts: "... Im Landkreis Bördekreis bereitet bei einem durchgängig hohen Niveau der Arbeitslosigkeit die Integration der circa 6.000 behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt besondere Probleme. Die modernen Informations- und Kommunikationstechniken bieten Bevölkerungsschichten, die bei den herkömmlichen Arbeitsplätzen und Arbeitssystemen benachteiligt werden, umfassendere Beschäftigungsmöglichkeiten ...'

Mit dem vorliegenden Projekt sollen körperlich schwerbehinderte Menschen, mit der Fähigkeit einen Telearbeitsplatz zu bedienen, im Bereich der IuK-Techniken qualifiziert, individuelle Telearbeitsplätze entwickelt, im Landkreis Strukturen zur Arbeitsmarktintegration der behinderten Telearbeit geschaffen und die berufliche sowie soziale Integration in den Arbeitsmarkt erreicht werden.

Ziel ist es, sechzehn schwerbehinderte Menschen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu vermitteln.

Projektaufbau: Da Telearbeitsplätze ein sehr breites Spektrum von Tätigkeiten umfassen, waren bestimmte Eingangsvoraussetzungen für Telearbeiter zu beachten. Zu diesen Voraussetzungen gehörten und a. eine den zu bewältigenden Aufgaben angemessene fachliche Kompetenz, die Fähigkeit zur eigenverantwortlichen Arbeit und die Bereitschaft zur Qualifizierung. Eine weitere Zugangsvoraussetzung war, dass bei dem zukünftigen Teilnehmer eine Schwerbehinderung vorlag, sein Behinderungsgrad somit bei mindestens 50 Prozent lag. Zunächst wurden nach Sichtung von Bewerbungsunterlagen und der Durchführung von Auswahlgesprächen aus 133 Bewerbern 40 fachlich geeignete Personen ausgewählt. Der Auswahlprozess erfolgte unter Einbeziehung aller beteiligten Interessengruppen, wie dem Arbeits beziehungsweise Sozialamt, dem Behindertenverband und dem Projektträger.

Die Unternehmen, die einen Telearbeitsplatz schaffen wollten, wurden in die Auswahl der TeilnehmerInnen ebenfalls mit einbezogen, das heißt, nach der Vorauswahl durch den Bildungsträger konnten die TeilnehmerInnen in dem Unternehmen, das für sie relevant war, ein Bewerbungsgespräch führen. Dem Praktikumsbetrieb wurden für ein Bewerbergespräch drei bis fünf mögliche Schwerbehinderte vorgestellt. In Absprache mit dem Projektleiter entschieden sich die Unternehmen dann für einen Teilnehmer. Im Ergebnis dieser Gespräche wurden mit fünfzehn Unternehmen Praktikumsverträge für sechzehn TeilnehmerInnen abgeschlossen. Mit den Unternehmen wurde ein Konzept zur schrittweisen Einführung eines Telearbeitsplatzes im Zusammenhang mit der systematischen Qualifizierung der TeilnehmerInnen abgesprochen.

Die Maßnahme teilte sich in drei Phasen. Die Vorbereitungsphase dauerte fünf Monate. In dieser Phase fand und anderem die Gewinnung und endgültige Auswahl der TeilnehmerInnen statt, eine Arbeitsgruppe 'Telearbeit' mit in der Region ansässigen Unternehmen, Verwaltungen und Institutionen wurde gegründet und eine Fachkonferenz ' Telearbeit im Landkreis' durchgeführt. Neben 30 Unternehmen nahmen an der Konferenz Vertreter des Arbeitsamtes, des Behindertenverbandes, der Handwerkskammer, der IHK und Wissenschaftler teil. Auf der Konferenz wurden die Vor- und Nachteile sowie mögliche Organisationsformen von Telearbeit für Schwerbehinderte dargestellt.

Die zweite Phase umfasste und anderem die individuelle Qualifizierung aller TeilnehmerInnen im Bereich moderner IuK-Technologien sowie im elektronischen Geschäftsverkehr, das Training der TeilnehmerInnen am Telearbeitsplatz, die Einrichtung der Arbeitsplätze sowie das Praktikum im jeweiligen Unternehmen. Die Teilnehmer erhielten vom LBZW für die Zeit der zwölfmonatigen Qualifizierungs- und Trainingsphase einen befristeten Arbeitsvertrag.

In der dritten viermonatigen Phase wurden Arbeits- und Kooperationsverträge durch die TeilnehmerInnen mit den Unternehmen abgeschlossen und eine Betreuungs und Vermittlungsstelle für behinderte Telearbeiter im Landkreis aufgebaut. Auch während dieser Phase des Projekts wurden die TeilnehmerInnen durch den Projektträger betreut.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen 'Integration Behinderter Arbeitnehmer durch Telearbeit' Direkt nach Ablauf der Maßnahme schlossen 8 der 16 Teilnehmer einen Vertrag ab. Im September 2000 waren 13 in einem Arbeitsverhältnis, ein Teilnehmer in einer Bildungsmaßnahme und 2 arbeitslos. Dies entspricht einer Eingliederungsquote von 81,25 Prozent. Der Erfolg der Maßnahme ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Dazu zählt zum einen die enge die Zusammenarbeit mit den Unternehmen. Diese wurden früh einbezogen, informiert und vernetzt und standen dann im regelmäßigen Kontakt miteinander. Zum anderen trug das gut ausgearbeitete Konzept des Bildungsträgers zur positiven Bilanz bei: Die Teilnehmer wurden sorgfältig ausgewählt, das Qualifizierungskonzept war auf die besondere Situation arbeitsloser Behinderter abgestimmt und die Einführung der Telearbeitsplätze war durch die Unternehmen gründlich geplant.

Von Vorteil war auch die soziale Unterstützung der Teilnehmer durch Vertrauenspersonen, die gerade bei Fragen der Überwindung anfänglicher Motivationsschwierigkeiten, der Selbstdisziplin, Selbstüberforderung und anderen individuellen Problemen Hilfe leisteten konnten. Ein weiterer Grund für das gute Ergebnis war die regelmäßige Evaluierung der Arbeit. Insgesamt wurde festgestellt, dass das Konzept auch für andere Bildungsträger geeignet ist.

Zwar wurden bei der Projektarbeit die sich aus dem Zusammenfallen der bisher disparaten Lebensbereiche der Erwerbsarbeit, Hausarbeit und Freizeit ergebende Probleme der Telearbeit deutlich und "die generelle Bewertung der Wirtschaftlichkeit und der Sozialverträglichkeit, der individuellen Belastung und Beanspruchung am Telearbeitsplatz sowie die Gestaltung humaner behinderungsgerechter computergestützter Arbeitsplätze, müssen noch tiefgründiger erforscht werden." Jedoch lässt sich abschließend sagen, dass das Projekt die grundsätzliche Eignung von Telearbeit für körperlich behinderte Menschen bestätigt hat.

Kontaktadresse:
Ländliches Bildungszentrum Wanzleben e.V.
Bucherweg 8
39164 Wanzleben
Kontaktpersonen:
Für den Träger:
- Herr Dr. Bahr Telefon: 039209/69 30
Für das Projekt:
- Herr Alsleben Telefon: 039209/693 45
info@lbzw.de
http://www.lbzw.de

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Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

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Referenznummer:

D0124

Informationsstand: 01.08.2002