Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Praxisbeispiel

Umschulung eines an Kontaktallergie und Asthma erkrankten Bäckers zum Sozialarbeiter

Arbeitgeber:

Der Bäckermeister arbeitete vor seiner Erkrankung in der Bäckerei der Eltern. Nach der Umschulung zum Sozialarbeiter fand er eine Anstellung bei einer Stadtverwaltung.

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mannes:

Der Mann hat berufsbedingt eine Kontaktallergie auf Mehl und ein dadurch verursachtes Ekzeme an den Händen. Trotz des Tragens von Handschuhen verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Bäckermeisters. Zusätzlich führten die Mehlstäube zu asmathischen Beschwerden. Eine weitere Ausübung des Berufes war deshalb durch die von der Berufsgenossenschaft anerkannte Berufskrankheit nicht mehr möglich.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann verließ im Alter von 15 Jahren die Schule mit dem Hauptschulabschluss, um eine Ausbildung zum Bäcker zu beginnen. Nach gut bestandener Gesellenprüfung blieb er im elterlichen Betrieb und schloss nach dem Besuch der Meisterschule mit 23 Jahren die Meisterprüfung erfolgreich ab.

Umschulung:

Nach einer Beratung durch die zuständige Berufsgenossenschaft stellte der Mann einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben bzw. Umschulung. Durch eine Studentin der Sozialpädagogik und das ehrenamtliche soziale Engagement seiner Eltern interessierte er sich für die Berufe des Logopäden, Beschäftigungstherapeuten und Sozialarbeiters. Zur Ermittlung der späteren beruflichen Einsatzmöglichkeiten wurde der Mann von der Berufsgenossenschaft zur Berufsfindung und Arbeitserprobung an ein Berufsförderungswerk (BfW) vermittelt. Im Rahmen der Berufsfindung und Arbeitserprobung zeigte sich eine überdurchschnittliche Begabung, eine große Kontaktstärke und ein stabiles Interesse an einer sozialen Tätigkeit. Daher wurde das Studium der Sozialarbeit vorgeschlagen. Aufgrund dieses eindeutigen Ergebnisses und in Verbindung mit der Tatsache, dass beim Beruf des Sozialarbeiters vorher berufsbedingte gesundheitliche Probleme nicht mehr auftreten würden, genehmigte die Berufsgenossenschaft die Umschulung bzw. das Studium.
Noch im selben Jahr konnte der Mann das Studium an der Hochschule bzw. Fachhochschule eines Berufsförderungswerkes nach einem vorgeschriebenen Beratungsgespräch aufnehmen, da er nach den Vorschriften des Bundeslandes über die dazu erforderliche fachbezogene berufliche Qualifikation (Meister) verfügt. Nachdem Studium erwarb der Bäckermeister das Diplom und nach einem einjährigen Betriebspraktikum die staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter. Nach einer sechsmonatigen Arbeitslosigkeit und mehreren Bewerbungen fand er eine Anstellung bei einer Stadtverwaltung.
In REHADAT finden Sie auch Berufsförderungswerke, die behinderte Menschen ausbilden.

Eigendarstellung des Mannes zur beruflichen Integration:

Der Abschied von seiner beruflichen Lebensplanung fiel ihm sehr schwer. Während des Studiums musste er sehr hart arbeiten, da ihm aufgrund seiner schulischen Vorkenntnisse Lerninhalte von Abiturienten fehlten. Dabei half ihm sehr, dass er eine enge Lernpartnerschaft mit einigen Kommilitonen aufbauen konnte. Da er in der Wohneinrichtung bzw. Internat des BfW wohnte, ergaben sich auch vielfältige Kontakte zu Rehabilitanden anderer Ausbildungsgänge. Die intensive theoretische Auseinandersetzung mit dem Lernstoff war er nicht gewohnt. Von größter Bedeutung war für ihn deshalb der Ausgleichssport.

Förderung:

Die Umschulung und das Internat wurden von der Berufsgenossenschaft gefördert.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefonnummern der Berufsgenossenschaften.



Schlagworte und weitere Informationen

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  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • IMBA - Arbeitssicherheit /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Flüssigkeiten/Feststoffe /
  • IMBA - Gase/Dämpfe/Stäube /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)


Referenznummer:

R/PB1750



Informationsstand: 04.10.2012